Im Interview mit Wien heute betonte Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp (SPÖ), dass Sicherheit am Yppenplatz nicht allein durch Verordnungen hergestellt werden könne. Entscheidend sei aus ihrer Sicht die dauerhafte Präsenz im öffentlichen Raum: Gespräche mit Anrainern, Projekte im Viertel, Investitionen in soziale Angebote sowie eine enge Abstimmung mit der lokalen Gastronomie. Ziel sei es, Netzwerke zu schaffen und Konflikte frühzeitig aufzufangen, bevor sie eskalieren.

Gleichzeitig räumte die Bezirksvorsteherin ein, dass die Handlungsmöglichkeiten eines Bezirks begrenzt seien. Gerade im Bereich der Sicherheit sei man auf Unterstützung durch den Bund angewiesen. Ein zentrales Problem bleibe der seit Jahren bekannte Personalmangel bei der Polizei. Lamp verwies darauf, dass es ohne ausreichend Beamte schwierig sei, Maßnahmen wie Waffenverbotszonen konsequent zu kontrollieren. Seit über einem Jahr versuche sie, dazu ein Gespräch mit dem zuständigen Bundesminister zu führen – bislang ohne Erfolg.

Sicherstellungen als Argument für Verlängerung

Dass die Maßnahme nicht rein symbolisch sei, begründet Lamp auch mit konkreten Zahlen. Bis zum 25. Jänner wurden im Bereich des Yppenplatzes 41 Waffen sichergestellt. Diese Bilanz spricht aus Sicht der Bezirksvorsteherin dafür, das Instrument weiter einzusetzen. Eine Verlängerung über den Sommer hinaus schließt sie nicht aus. Erfahrungen an anderen Orten in Wien hätten gezeigt, dass Waffenverbotszonen zumindest kurzfristig zu einer Entschärfung beitragen können – auch wenn sie kein Allheilmittel seien.

Scharfe Kritik von der FPÖ

Anders sieht dies jedoch die FPÖ Ottakring. Bezirksparteiobmann Michael Oberlechner bezeichnete die Waffenverbotszone, bereits im letzten Sommer als reine „Alibimaßnahme“. Ähnliche Regelungen an Orten wie dem Praterstern oder dem Reumannplatz hätten seiner Ansicht nach gezeigt, dass solche Zonen keine nachhaltige Verbesserung der Sicherheitslage bringen. Kriminalität lasse sich nicht durch Schilder verhindern, sondern werde bestenfalls räumlich verlagert.

Stattdessen fordert die FPÖ eine deutlich härtere Linie. Konsequente Abschiebungen seien aus ihrer Sicht das einzige wirksame Mittel gegen Gewalt und die Entstehung von Parallelgesellschaften. Die SPÖ habe entsprechende Entwicklungen über Jahre hinweg verharmlost, während die Bevölkerung zunehmend Verunsicherung verspürt und der ausartenden Kriminalität leidet.