Die Vorwürfe sind schwerwiegend, die Details erschütternd. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Lebensmittelhandels soll zwischen 2023 und 2025 mehrere Filialen eines Diskonter-Unternehmens in Wien überfallen haben – gezielt, geplant und mit brutaler Einschüchterung. Der mutmaßliche Täter ist ein 30-jähriger Serbe, der seit seiner Kindheit in Österreich lebt. Am Mittwoch begann am Landesgericht für Strafsachen Wien der Prozess gegen ihn.

Insider-Wissen als Tatwerkzeug

Laut Anklage nutzte der Mann gezielt seine Kenntnisse aus seiner früheren Tätigkeit im Handel. Er hatte jahrelang in Supermärkten gearbeitet und kannte die internen Abläufe rund um Kassen, Abrechnung und Ladenschluss genau.

Dieses Wissen soll er ausgenutzt haben, indem er sich nach Geschäftsschluss in Filialen einschloss. Anschließend überrumpelte er die Mitarbeiter.

Airsoft-Pistole, Kabelbinder und Todesangst

Bewaffnet mit einer Airsoft-Pistole soll der Angeklagte die Angestellten massiv eingeschüchtert haben. Laut Anklage hielt er den Mitarbeitern die Waffe vor, zwang sie zum Knien und fesselte einige von ihnen mit Kabelbindern.

In einem besonders schweren Fall soll er die Pistole direkt an den Nacken eines Opfers gedrückt haben. Immer wieder habe er damit gedroht, zu schießen. Für die Betroffenen bedeuteten die Überfälle pure Todesangst.

Immer derselbe Ablauf – hohes Strafmaß droht

Den Ermittlern zufolge folgten die Überfälle stets demselben Muster: Der Täter versteckte sich im Geschäft bis zum Ladenschluss, griff während der Abrechnung an und flüchtete mit dem Bargeld im Rucksack. Insgesamt soll der Mann auf diese Weise mehr als 53.000 Euro erbeutet haben.

Als Motiv gelten hohe Schulden. Der 30-Jährige ist geschieden, arbeitslos und soll Schulden in Höhe von rund 40.000 Euro angehäuft haben. Auch die Angst vor dem Verlust seiner Wohnung soll eine Rolle gespielt haben. In Österreich war er bisher unbescholten.

Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe von einem bis zu 15 Jahren.