Was früher leicht zu durchschauen war, sieht heute täuschend echt aus. Professionelle Anrufe, perfekt formulierte Nachrichten und gefälschte Webseiten bringen immer mehr Menschen um ihr Geld. Besonders alarmierend ist, dass Österreich laut aktuellen Zahlen inzwischen das Hauptzielland für Online- und Telefonbetrug in der EU ist.

Täuschend echt: Betrug gehört zum Alltag

Internet- und Telefonbetrug sind schon lange keine Randphänomene mehr. Täglich sind Tausende Menschen von gefälschten Anrufen, manipulierten Telefonnummern und seriös wirkenden E-Mails betroffen. Besonders brisant: Österreich liegt EU-weit an der Spitze bei den Betroffenen.

Die Täter gehen dabei systematisch vor. Am Telefon geben sie sich beispielsweise als Bankmitarbeiter, Polizisten oder verzweifelte Angehörige aus. Oft erscheinen dabei echte oder manipulierte Rufnummern auf dem Display. Ihr Ziel ist fast immer dasselbe: Sie wollen Zugriff auf Konten, Überweisungen oder Bargeld erlangen.

Auch sogenannte Phishing-SMS haben Hochkonjunktur. Nachrichten, die im Namen des Finanzamts, von Banken oder Paketdiensten verschickt werden, führen auf täuschend echte Webseiten. Wer dort seine Daten eingibt, verliert häufig innerhalb von Sekunden sein Geld.

KI macht Betrüger noch gefährlicher

Besonders beunruhigend ist, dass Kriminelle mittlerweile zunehmend KI nutzen – um glaubwürdige Texte zu verfassen, eine perfekte Grammatik zu erzeugen, Deepfake-Fotos zu erstellen oder automatisierte Chatbots zu programmieren. Selbst erfahrene Nutzer fallen zunehmend auf diese Maschen herein.

Parallel dazu boomt der Anlagebetrug, vor allem mit vermeintlichen Krypto-Investments und „garantierten Renditen“. Die Betrüger setzen gezielt auf Zeitdruck und Emotionen – mit oft fatalen Folgen.

Ein hochrangiger Ermittler aus dem Bereich Cybercrime bringt die Situation auf den Punkt: „Die Täter sind hochprofessionell, international organisiert und emotional skrupellos. Sie setzen gezielt auf Druck, Angst und Vertrauen – und schlagen in Sekunden zu.“

Polizei warnt: Niemals Daten weitergeben

Die Polizei warnt eindringlich vor Leichtsinn und wiederholt zentrale Grundregeln. Weder Banken noch Behörden oder die Polizei verlangen jemals TANs, Passwörter oder Überweisungen per Telefon oder SMS. Wer unsicher ist, soll das Gespräch sofort beenden und die Polizei informieren.

Angesichts der hohen Zahl an Betrugsfällen gilt: Misstrauen ist kein Zeichen von Unhöflichkeit, sondern der beste Schutz. Denn Österreich steht derzeit im Fokus internationaler Betrügernetzwerke, die immer raffiniertere Methoden einsetzen.