Die heute 22-jährige Fox Varian bekam vor einem Gericht in New York rund zwei Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen – umgerechnet etwa 1,5 Millionen Euro. Sie hatte sich mit 16 Jahren einer sogenannten „Top Surgery“ unterzogen, bei der ihr beide Brüste entfernt wurden, um als Junge zu leben.

Die Jury machte einen Psychologen und einen Chirurgen wegen medizinischer Fehlbehandlung haftbar. Nach Ansicht der Geschworenen wurden anerkannte Sorgfaltsstandards sowie notwendige Schutzmechanismen nicht ausreichend eingehalten.

Vorwurf: Unumkehrbarer Eingriff zu früh

Laut Gerichtsdokumenten wurde der Eingriff der Minderjährigen als Lösung für ihre Geschlechtsdysphorie dargestellt. Die Anwälte der Klägerin argumentierten, die Operation sei voreilig erfolgt und habe einen unumkehrbaren Charakter gehabt. Die Verteidigung hielt dagegen, Fox Varian habe sich über Jahre als männlich identifiziert und den Eingriff selbst gewünscht. Zudem sei sie erst vier Jahre nach der Operation mit einer Klage an die Öffentlichkeit gegangen.

Druck auf Familie und fehlende Abklärung

Besonders brisant: Die Mutter sagte aus, sie habe der Operation nur zugestimmt, nachdem ihr vermittelt worden sei, ihre Tochter könne sich andernfalls das Leben nehmen. Diese Darstellung habe massiven Druck erzeugt. Die Jury kam zum Schluss, dass vor dem Eingriff weitere psychologische Abklärungen notwendig gewesen wären, etwa zu möglichen Begleiterkrankungen.

Ein aktuelles Beispiel gibt es auch in Österreich, der exxpress berichtete: