Der massive Stromausfall in Berlin, ausgelöst durch einen gezielten Angriff auf ein Stromkabel, hat europaweit für Aufsehen gesorgt. Fast eine Woche lang waren zehntausende Haushalte ohne Energieversorgung. Die Frage, ob ein ähnliches Szenario auch in Wien möglich wäre, sorgt nun für Diskussionen.

Wie das Medium Selektiv berichtet, halten die Wiener Netze einen derart langen Stromausfall in der österreichischen Hauptstadt für „unwahrscheinlich“. Eine Sprecherin verweist auf den deutlich anders aufgebauten Netzverbund. In Wien sei man jederzeit in der Lage, betroffene Haushalte über alternative Leitungen zu versorgen. Der durchschnittliche Stromausfall dauere laut Wiener Netzen nicht länger als 90 Minuten.

Entscheidender Unterschied

Ein entscheidender Unterschied: Fällt in Wien ein Kabel aus, kann in den meisten Fällen digital aus der Zentrale auf ein anderes Netzsegment umgeschaltet werden. Dass ganze Stadtteile – wie im Berliner Fall – nur über einen einzigen Einspeisepunkt angebunden sind, gilt in Österreich als unüblich. Diese Einschätzung bestätigt auch Österreichs Energie.

Gleichzeitig betonen die Wiener Netze, dass Details zum genauen Netzaufbau bewusst nicht öffentlich kommuniziert werden. Man handle hier mit Zurückhaltung, da es sich um kritische Infrastruktur handle. Während Berlin seine Netze vergleichsweise transparent darstellt, setzt man in Österreich offenbar stärker auf Geheimhaltung als Sicherheitsfaktor.