Anlagebetrug in Kärnten – Zwei Opfer verlieren hohe Summen
Professionell aufgemachte Online-Plattformen, überzeugende Telefonate und angebliche Experten mit ruhiger Stimme: Anlagebetrüger gehen zunehmend raffiniert vor. Erst vor kurzem traf es zwei ältere Herren aus Kärnten.
Im Herbst 2025 stieß ein 61-jähriger Mann aus dem Bezirk St. Veit an der Glan im Internet auf eine Plattform, die außergewöhnlich hohe Gewinne in kurzer Zeit versprach. Kurz darauf meldeten sich telefonisch angebliche Kundenbetreuer, die sich als persönliche Ansprechpartner präsentierten. Schritt für Schritt führten sie den Mann durch die Kontoeröffnung und drängten ihn zu ersten Einzahlungen.
Was er zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Das angelegte Konto stand faktisch unter der Kontrolle der Betrüger. Jeder überwiesene Betrag konnte unmittelbar abgeschöpft werden – ohne dass der Geschädigte davon etwas bemerkte.
Auf Anraten der vermeintlichen Betreuer installierte der Mann zusätzlich eine App auf seinem Tablet. Unter dem Vorwand technischer Unterstützung öffnete er damit unbewusst den Zugang zu seinem Girokonto. In der Folge veranlassten die Täter weitere Überweisungen, die sie erneut abzweigten. Über mehrere Monate summierte sich der Schaden auf einige zehntausend Euro. Erst im Jänner 2026 wandte sich der Betroffene an die Polizei.
Mann aus Feldkirchen verlor über 200.000 Euro
Wie groß die Dimensionen solcher Betrugsmaschen inzwischen sein können, zeigt ein weiterer Fall aus Kärnten. Ein 63-jähriger Mann aus dem Bezirk Feldkirchen investierte über Monate hinweg in eine angebliche Tradingfirma, die ihm hohe Erträge in Aussicht stellte. Mehrfach überwies er große Geldbeträge auf ausländische Konten in Großbritannien, Dänemark und Zypern.
Auf seinem Online-Konto wurden ihm schließlich Gewinne von rund 500.000 Euro angezeigt. Als er eine Auszahlung verlangte, forderte der angebliche Finanzberater zusätzliche Gebühren – angeblich für die technische Abwicklung. Auch diese Zahlung leistete der Mann. Eine Auszahlung erfolgte nie. Am Ende stand ein Schaden von mehr als 200.000 Euro.
Gefahr durch KI: Workshop klärt auf
Vor allem der Einsatz künstlicher Intelligenz hat Betrugsmaschen grundlegend verändert und ihnen eine neue Qualität verliehen. Stimmen lassen sich realistisch nachahmen, Fotos wirken authentisch, Videos zeigen scheinbar vertraute Personen in glaubwürdigen Situationen. Genau diese Entwicklung stand im Mittelpunkt eines Workshops in Klagenfurt, bei dem Senioren darüber informiert wurden, wie moderner KI-gestützter Betrug funktioniert und worauf im Alltag besonders zu achten ist.
Initiiert wurde der Workshop, der im Herbst vergangenen Jahres stattfand, von einem Klagenfurter Unternehmen, das sich auf Schulungen im Bereich künstliche Intelligenz spezialisiert hat. Dessen Geschäftsführer Florian Semmler schilderte, dass Betrugsfälle längst nicht mehr abstrakt seien, sondern auch im eigenen Umfeld vorkämen. Verwandte, Großeltern oder Bekannte seien bereits Opfer solcher Maschen geworden.
Mehr als 40 Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil und erhielten Einblicke, wie schnell und einfach manipulierte Inhalte heute erstellt werden können.
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