Unrast verlegt Bücher des amerikanischen Linguisten Noam Chomsky wie etwa „Der Terrorismus der westlichen Welt“, „Brennpunkt Palästina“, „Zuversicht in Zeiten des Verfalls“ und „Die Klimakrise und der Global Green New Deal“. Unrast begründet die Trennung mit seiner Nähe zu Jeffrey Epstein, der innerhalb der globalen Elite einen Missbrauchsring betrieb.

„Auch Jahre nach dessen Verurteilung wegen der Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen“ hätten Chomsky und Epstein in Kontakt gestanden, so Unrast in einer Pressemitteilung. Unrast zitiert eine E-Mail Chomskys an den Amerikaner Epstein aus dem Jahr 2019, in der dieser wörtlich „die schreckliche Art und Weise“ beklagt, „wie Epstein behandelt wurde“, sowie die vermeintliche „Hysterie, die sich um den Missbrauch von Frauen“ entwickelt habe. Chomsky riet Epstein, er solle die Kritik hieran „ignorieren“.

Rat für Epstein kurz vor dessen Verhaftung

Epstein war 2008 wegen Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen und Beschaffung einer Minderjährigen für Prostitution verurteilt worden. 2018 veröffentlichte der Miami Herald eine große Recherche, in der er 80 mutmaßliche Opfer von Epsteins Ring identifizierte und 60 lokalisierte. Als Epstein daraufhin wieder ins Visier von Ermittlungen geriet, fragte er Chomsky im Februar 2019 um Rat, der unter anderem antwortete, Epstein solle die Kritik einfach „ignorieren“. Im Juli wurde Epstein verhaftet.

Bereits 2016 hatte Epstein den Linksintellektuellen Chomsky und seine Frau eingeladen, ihn in New York oder auf seiner karibischen Insel zu besuchen. Chomsky antwortete, dass er „immer an New York interessiert gewesen sei“ und er „von der Karibikinsel wirklich träumt“.

Unrast begründet Distanzierung mit „linker“ Haltung

„Als linker Verlag, der sich für eine gerechte Welt und gegen Frauenhass und patriarchale Gewalt einsetzt, ist Chomsky für uns als Autor nicht mehr tragbar“, begründet Unrast die Entscheidung, Chomsky aus dem Programm zu nehmen. Man wolle ihm keine „Plattform oder ein Einkommen“ mehr „bieten“.

Kulturstaatsminister Weimer hatte den linksextremen Verlag letztes Jahr mit dem Deutschen Verlagspreis in Höhe von 50.000 Euro ausgezeichnet. Unrast verlegt unter anderem Antifa-Terroranleitungen für Schüler und Bücher des Vulkangruppen-Vordenkers Guido Arnold. Der riet öffentlich schon dazu, Anschläge beziehungsweise „Angriffe“ auf rechte Influencer zu begehen.

Im Namen ihres Mannes hat sich Chomskys Frau Valeria mittlerweile entschuldigt. Sie beide wären „sorglos gewesen“ und hätten einen „schweren Fehler“ begangen, Epsteins „Hintergrund nicht zu prüfen“. Seit einem Schlaganfall im Jahr 2023 ist der 97-jährige Chomsky für öffentliche Stellungnahmen zu angeschlagen.

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