Archäologen in Aufruhr: Riesiges Monument in Süditalien entdeckt
Archäologen haben in der süditalienischen Region Kampanien ein römisches Grabmonument mit Gladiatoren-Darstellungen entdeckt.
Die antike Römerstraße Via Appia wurde im Juli 2024 als 60. italienische Stätte in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.APA/Alberto PIZZOLI
Ein wichtiger Aspekt der Geschichte der antiken Via Appia ist in der süditalienischen Region Kampanien wiederentdeckt worden. Archäologen stellten in der Gemeinde Apollosa in der Provinz Benevento ein römisches Grabmonument mit Darstellungen von Gladiatoren vor, teilte das italienische Kulturministerium am Freitag mit.
Das Monument wurde bei archäologischen Untersuchungen der zuständigen Denkmalbehörde entdeckt. Es stammt nach ersten Studien aus dem frühen 1. Jahrhundert nach Christus und war vermutlich die Grabstätte eines wohlhabenden römischen Bürgers aus der Zeit von Kaiser Augustus. Nach Einschätzung der Fachleute hatte das Bauwerk einen Durchmesser von etwa zwölf Metern. Die Gladiatorenszenen könnten darauf hindeuten, dass der Verstorbene mit der Organisation von Gladiatorenspielen verbunden war.
Via Appia war eine der wichtigsten Straßen des antiken Roms
Das Grab lag entlang der Via Appia, einer der wichtigsten Straßen des antiken Roms. Die Gemeinde Apollosa plant nun, das Gebiet archäologisch aufzuwerten und in Projekte zur touristischen Förderung der historischen Route einzubeziehen. Die geborgenen Funde werden derzeit in der Stadt Benevento aufbewahrt und können besichtigt werden.
Der Fund kam auch dank eines Hinweises eines Freiwilligen zustande. Nach einer Überschwemmung des Baches Serrentella entdeckte er mehrere Steinblöcke und informierte die Behörden. Archäologen bargen daraufhin rund 20 Kalksteinblöcke und fanden den Eingang zu einer bemalten Grabkammer.
Die rund 540 Kilometer lange Via Appia Antica war eine der wichtigsten Handelsstraßen des römischen Reiches und gilt als “Königin der Römerstraßen”. Sie führte von Rom nach Brindisi, dem wichtigsten Hafen in der Antike für eine Reise nach Griechenland und bedeutendster Umschlagplatz für Waren und Sklaven aus dem Orient. Sie war ein Prototyp des gesamten römischen Straßensystems, das mit einer Gesamtlänge von 120.000 Kilometern noch immer das Rückgrat des gegliederten Straßennetzes im Mittelmeerraum bildet.
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