Die Straßen sind vielerorts gatschig, die Wege rutschig – und viele Wiener lassen in den sozialen Medien ihrem Frust freien Lauf. Sie kritisieren das Vorgehen der Stadt Wien und der Wiener Linien, da das Schneeräumen und Streuen aus ihrer Sicht nicht schnell genug passiert. Auf X (Twitter) schreibt ein User empört: „Spiegeleis bei der Straßenbahnstation. @Stadt_Wien, ernsthaft?“

„Es is Gatsch…es is NIX geräumt“

Auch auf Facebook häufen sich die Beschwerden. Unter einem Beitrag der Wiener Linien, in dem vor Glatteis gewarnt und auf Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr hingewiesen wird, schreibt ein Nutzer: „Es is gatsch…es is NIX geräumt, keine Wege NIX.“ Ein anderer legt nach: „Eure Haltestellen sind nicht gestreut, die U-Bahnen verspätet, danke dafür.“ Ähnliche Töne gibt es auf TikTok. Unter demselben Beitrag schreibt ein Schüler: „Ich merks, Schulweg normalerweise 30min, heute 1std 50.“

Doch während in Wien die Debatte um Räumung, Streuung und Verspätungen läuft, melden die Behörden gleichzeitig, dass die Rutschgefahr real ist und Folgen hat. Viele Flächen sind spiegelglatt, weshalb weiterhin zur Vorsicht aufgerufen wird.

Unfall-Ambulanzen unter Druck: Schon rund 100 Behandelte in Linz

Besonders stark betroffen ist Oberösterreich. So wurden am Kepler Uniklinikum in Linz bereits rund 100 Menschen nach Stürzen behandelt. Die Glatteis-Welle sorgt somit auch in den Krankenhäusern für spürbaren Druck und längere Wartezeiten in den Notaufnahmen.

Wien reagiert: Salzstreuverbot bis Dienstagmittag aufgehoben

In Wien werden zusätzliche Maßnahmen ergriffen: Wie die Magistratsabteilung 48 mitteilte, wurde das geltende Salzstreuverbot bis Dienstagmittag aufgehoben. Das Ziel besteht darin, die Gehwege rasch sicherer zu machen und weitere Unfälle zu verhindern.

Trotz der winterlichen Verhältnisse meldet die Wiener Berufsfeuerwehr bisher kein erhöhtes Einsatzaufkommen. Feuerwehrsprecher Jürgen Figerl sagte dazu: „Offenbar hat sich jeder gut auf die Situation eingestellt.“ Dennoch appellieren die Behörden, rutschige Stellen zu meiden, vorsichtig zu gehen und auf festes Schuhwerk zu achten.

Die Verärgerung in Wien bleibt groß – und mit jedem eisigen Tag steigt gleichzeitig das Risiko für Stürze. Ob die Stadt für die restlichen Wintertage mit den Schneemengen und der Glätte besser zurechtkommt, bleibt abzuwarten.