Der islamistisch motivierte Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin am Samstag, bei dem eine 65-jährige Polin ums Leben kam und weitere 29 Menschen teils lebensgefährlich verletzt wurden, hat auch in Österreich viele Leute beschäftigt.
Neben Politikern und Vereinen, hat sich auch die „Österreichische Hochschüler_innenschaft“ (ÖH) der Universität Wien dazu am Montag per Instagram-Beitrag zu Wort gemeldet.
Als ob ein Auto zufällig in Menschen raste
„Gegen Queerfeindlichkeit auf der ganzen Welt“, titelt die Studentenvertretung groß auf die erste Kachel des Posts. Dann beschreiben sie, was genau passierte. Was jedoch gänzlich ausgelassen wurde: Dass es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 21-jährigen Salafisten handelte, der aus islamistischen Motiven heraus mit einem gemieteten Bus in die Menschenmenge am CSD raste.
Die ÖH schreibt lediglich: „Dabei kam es zu einem Anschlag, bei dem ein Auto in die Menschenmenge raste und mehrere Menschen verletzte, eine Person wurde schon als tot gemeldet“.
Das klingt so, als hätte sich ein Auto einfach selbstständig gemacht und sei unabsichtlich, ganz zufällig, in Menschen hineingefahren. Dass es einen Täter gab, der dieses Auto ganz bewusst lenkte, wird einfach verschwiegen.
„Nennt die Sache endlich beim Namen“
Diese Tatsache wird in den Kommentaren von einigen jungen Leuten kritisiert. „Wie wärs die Veranstaltung gegen Islamismus zu betiteln?“, schreibt Moriz Jeitler, der Vorsitzende der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft (AG) am Juridicum.
Ein anderer Instagram-Nutzer schreibt: „Stark, dass ihr Mitgefühl zeigt. Weniger stark ist die Einordnung, bei der ihr die politischen Hintergründe ausklammert. Das würdet ihr bei einem autochthonen Rechtsextremen bestimmt genauso machen. Das Problem heißt Islamismus.”

Eine junge Frau schreibt: „(…) nennt die Sache endlich beim Namen. Das war ein islamistischer Anschlag. Punkt. Hätte ein Rechtsextremist dasselbe getan, würde die Überschrift „Gegen Rechtsextremismus auf der ganzen Welt“ sein.“
Mutmaßlicher Attentäter war Salafist und spielte sich als religiöser Führer auf
Der mutmaßliche Täter Abdul Ballout war dem Landeskriminalamt (LKA) seit Jahren als Salafist bekannt, er galt als Gefährder, berichtet das deutsche Onlinemedium Nius. Wie Bild berichtet, gab er sich im Jugendgefängnis betont religiös, betete fünfmal am Tag. Weil er versuchte, seine Mitgefangenen für den Salafismus, eine besonders strenge Auslegung des Islam, zu gewinnen, trennte die Gefängnisleitung Ballout im Dezember von den anderen Gefangenen.
Nach der Haftentlassung sei Ballouts Smartphone überwacht worden. So habe man festgestellt, dass der 21-Jährige weiterhin Kontakt zu Häftlingen hielt und sich als ihr religiöser Führer aufspielte. Per Telefon hätten die Muslime sogar gemeinsam gebetet, Ballout dazu gesungen.

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