Großbritannien zieht die Schrauben an: Schokolade, Chips, Eis, Pizza, gezuckerte Frühstücksflocken oder Energydrinks dürfen vor 21.00 Uhr nicht mehr ins Fernsehen, im Internet ist bezahlte Werbung für diese Produkte komplett tabu.

Die Botschaft der Regierung ist klar: Weniger Verführung, weniger „Snack-Reflex“ und damit weniger Übergewicht, vor allem bei Kindern

Was betroffen ist und wie entschieden wird

Welche Produkte unter das Verbot fallen, wird anhand eines offiziellen Bewertungssystems entschieden. Dieses berücksichtigt den Gehalt an Salz, Fett, Zucker und Eiweiß. Darunter fallen etwa Kekse, Pizza, Zuckerl, Eis oder aromatisierter Joghurt – Naturjoghurt hingegen nicht.

Werbung prägt Kinder

Die britische Regierung argumentiert, dass Werbung nachweislich beeinflusse, was und wann Kinder essen. Vorlieben würden früh geformt und damit steige das Risiko für Adipositas und Folgekrankheiten.

Gesundheitsministerin Ashley Dalton begründete den Schritt so: „Durch die Einschränkung von Werbung für Junk-Food vor 21.00 Uhr und das Verbot bezahlter Online-Werbung können wir die übermäßige Präsenz ungesunder Lebensmittel reduzieren“.

Zahlen, die Alarm schlagen

Der Hintergrund ist ernst und wird in den Regierungsangaben brutal deutlich: In England sind 22 Prozent der Schulanfänger (typischerweise um fünf Jahre alt) übergewichtig oder fettleibig. Wenn sie mit elf Jahren auf eine weiterführende Schule wechseln, liegt der Anteil bereits bei einem Drittel. Mit fünf Jahren habe bereits jedes fünfte Kind Karies.

Die Regierung rechnet mit einem spürbaren Effekt: Durch das Werbeverbot könnten 20.000 Fälle von Fettleibigkeit bei Kindern verhindert werden.

Die Briten haben vorgelegt, ob Süßigkeiten-Werbung auch in Österreich bald aus dem Vorabend-Programm verschwindet, wird sich zeigen.