Bandenkrieg in Wien: Großprozess startet mit strengen Sicherheitsmaßnahmen
Am Wiener Landesgericht beginnt am Donnerstag ein umfangreicher Strafprozess gegen 24 Männer im Alter von 17 bis 25 Jahren, die im Sommer 2024 an gewalttätigen Auseinandersetzungen am Bahnhof Meidling und in weiteren Wiener Stadtteilen beteiligt gewesen sein sollen.
Der Vorfall am 7. Juli 2024 hatte mehrere Verletzte zur Folge, auch im Anton-Kummerer-Park und am Hannovermarkt kam es zu schweren Zwischenfällen. Das Gericht hat aus Sicherheitsgründen strenge Maßnahmen angeordnet. Fünf Verhandlungstage sind vorgesehen.
Bandenkrieg zwischen Tschetschenen und Syrern/Arabern
Die Anklageschrift umfasst 98 Seiten, berichtet MeinBezirk. Den Beschuldigten wird unter anderem absichtlich schwere Körperverletzung und schwere gemeinschaftliche Gewalt vorgeworfen. Laut Anklage standen die Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit einem ethnisch motivierten Konflikt zwischen gebürtigen Tschetschenen und jungen Männern syrischer beziehungsweise arabischer Herkunft.
Zentrale Figur des Prozesses ist ein 25-jähriger Angeklagter, der sich mit anderen Tschetschenen in Wien abgesprochen haben soll. Gemeinsam sollen sie mehrere Personen am Bahnhof Meidling verfolgt und mit Stöcken, Schlagwerkzeugen, Messern und Hämmern attackiert haben. Fünf Männer wurden dabei schwer verletzt.
Prozess in fünf Etappen
Aufgrund der begrenzten Kapazität des Verhandlungssaals beginnt die Hauptverhandlung zunächst nur gegen acht der Angeklagten. Die übrigen Beschuldigten sollen in späteren Sitzungen behandelt werden. Für die gesamte Dauer des Prozesses gilt ein striktes Film- und Fotografierverbot in und vor dem Gerichtssaal. Zudem betont der Senat, medial auf Namensnennungen und Fotos zu verzichten.
Die weiteren Verhandlungstage sind für den 9., 13., 14. und 21. Jänner angesetzt. An den letzten beiden Tagen sollen auch Zeugen vernommen werden. Der Prozess wird als aufwendig und sicherheitsintensiv beschrieben.
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