Der Berliner Senat hat für den 15. März erstmals einen „Internationalen Tag gegen Islamfeindlichkeit“ ausgerufen. Begründet wird der Aktionstag mit angeblich zahlreichen Übergriffen auf Muslime in der Hauptstadt.

Doch genau diese Begründung sorgt für Kritik. Auf Nachfrage von Apollo News verweist der Senat auf eine Studie der Organisation CLAIM, die antimuslimische Vorfälle in Berlin dokumentieren soll.

Studie meldet starken Anstieg

Laut der Untersuchung wurden im Jahr 2024 insgesamt 644 antimuslimische Vorfälle registriert. Im Vergleich zum Vorjahr mit 382 Fällen entspricht das einem Anstieg um mehr als 68 Prozent.

Bei genauerer Betrachtung wird jedoch die Datengrundlage kritisiert. Die Zahlen für 2024 basieren auf Meldungen von sechs Beratungsstellen, während die Vergleichsdaten des Vorjahres nur drei Stellen umfassen. Kritiker sehen deshalb Zweifel an der Aussagekraft des Vergleichs.

Kritik aus der Wissenschaft

Auch die Frankfurter Ethnologin Susanne Schröter äußert sich skeptisch zur Qualität solcher Untersuchungen. In diesem Forschungsfeld gebe es zahlreiche Studien, deren methodische Standards teilweise zu wünschen übrig ließen.

„In diesem Feld liegt inzwischen eine Vielzahl von Studien vor, deren methodische Qualität teils erheblich zu wünschen übrig lässt“, erklärt Schröter.

Netzwerke und politische Debatte

Zusätzliche Aufmerksamkeit bekommt die Studie durch die Organisation CLAIM, die sie veröffentlicht hat. Das Netzwerk bestand früher aus rund 50 muslimischen Verbänden und Interessengruppen. Ende 2025 wurde die ursprüngliche Allianz aufgelöst.

Zuvor war bekannt geworden, dass es bei mehreren beteiligten Organisationen verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse gab. Die Strukturen wurden anschließend in eine neue Organisation übertragen.

Politischer Streit um Aktionstag

Der neue Berliner Aktionstag zeigt, wie stark die Debatte über Islamfeindlichkeit inzwischen politisiert ist. Während Befürworter auf Diskriminierungserfahrungen von Muslimen hinweisen, kritisieren andere die Datengrundlage und die Rolle beteiligter Organisationen.

Fest steht: Schon vor seiner Premiere sorgt der „Tag gegen Islamfeindlichkeit“ für eine breite politische Diskussion.