Am Cizekplatz lassen Eltern, wie im

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beschrieben, ihre Kinder kaum noch alleine vor die Tür. Dass sich Anrainer inzwischen über die Biker freuen und ihnen sogar Essen und Getränke vorbeibringen, überrascht daher wenig. Nach Angaben der Bewohner sei die Lage rund um den Cizekplatz seit Monaten angespannt. Immer wieder ist von Einschüchterungen, Lärm, Sachbeschädigungen und aggressiv auftretenden Jugendgruppen die Rede. Eine Anrainerin brachte die Stimmung zuletzt auf den Punkt: „Diese Rollergang terrorisiert das ganze Grätzel.“

Polizei sieht „Biker-Wächter“ differenziert

Die Exekutive sieht die Biker und freiwilligen „Grätzel-Wächter“ durchaus differenziert. Wachsame Bürger könnten helfen, Straftaten zu verhindern – solange sie nicht selbst einschreiten würden. „Wenn Bürger aufmerksam sind und im Vorfeld von Delikten die Polizei rufen, kann das mitunter recht hilfreich sein“, erklärt ein Beamter gegenüber exxpress.

Bloße Präsenz kann abschrecken

Auch die Anwesenheit der Motorradfahrer könne durchaus präventiv wirken. „Genauso kann eine optisch und physisch eindrucksvolle Gestalt präventiv wirken – ähnlich einem Nachbarn, der mit einem großen Hund viel Gassi geht“, sagt der Beamte.

„Selbstjustiz geht gar nicht!“

Bei aller Anerkennung für aufmerksame Bürger zieht die Polizei aber eine klare Grenze. „Selbstjustiz geht gar nicht!“, wird betont. Wer eine Straftat beobachte oder eine gefährliche Situation bemerke, solle umgehend den Notruf wählen und keinesfalls selbst gegen Verdächtige vorgehen.

35 Minuten für wenige hundert Meter?

Für Diskussionen sorgen auch Schilderungen, wonach die Polizei erst rund 35 Minuten nach dem Notruf am Cizekplatz eingetroffen sein soll – obwohl sich eine Polizeiinspektion nur rund 800 Meter entfernt befindet. Ob die Einsatzdauer tatsächlich so lange gewesen sei, könne man ohne Prüfung des konkreten Falls nicht beurteilen, heißt es dazu seitens der Exekutive. „Das müsste man sich im konkreten Fall anschauen.“ Zudem würden Polizisten in der Praxis nicht von der Polizeiinspektion aus alarmiert. „Sie sitzen meistens im Streifenwagen und sind unterwegs.“ Welche Streife oder welche Einheit ausrückt, entscheidet die Landesleitzentrale, die Notrufe nach Dringlichkeit reiht.

Präsenz ist gefragt

Die Debatte fällt in eine Zeit, in der seit Jahren über einen erheblichen Personalmangel bei der Wiener Polizei diskutiert wird. Immer wieder ist von einem Bedarf von rund 1.500 zusätzlichen Beamten die Rede. Für die Anrainer am Cizekplatz ist diese Diskussion offenbar längst Realität geworden. Ihnen geht es derzeit vor allem um eines: dass überhaupt wieder sichtbar Präsenz gezeigt wird – egal ob von der Polizei oder von Motorradfahrern, die einfach nur ein Auge auf das Grätzel haben.