Der Fall aus der obersteirischen Gemeinde Mürzzuschlag mit rund 7.000 Einwohnern sorgt mittlerweile auch über Österreich hinaus für Aufmerksamkeit. Mehrere deutsche Medien griffen das Thema auf, darunter die Frankfurter Rundschau, die von einer „heftigen Debatte um geschminkte Sternsinger“ berichtet.

Auslöser ist die Praxis in der örtlichen Pfarre, wo die Sternsinger weiterhin farbig geschminkt auftreten. Wie die Kleine Zeitung berichtete, hält der zuständige Diakon Jürgen Krapscha an dieser Tradition fest – obwohl kirchliche Organisationen wie die Katholische Jungschar sowie mehrere Diözesen inzwischen davon abraten.

Diakon Krapscha wehrt sich gegen Kritik

In Mürzzuschlag werden die Sternsinger unterschiedlich bemalt: ein Kind gelb, eines rot und eines schwarz. Vor allem die schwarze Schminke steht im Zentrum der Kritik. Die Ursprünge liegen in den sogenannten Minstrel Shows des 18. und 19. Jahrhunderts in den USA, bei denen weiße Schauspieler Menschen mit dunkler Hautfarbe karikierend darstellten.

Diakon Krapscha weist den Vorwurf der Diskriminierung zurück. Man sei sich der Kritik bewusst, sehe das eigene Vorgehen aber nicht als rassistisch, erklärte er. Die unterschiedlichen Farben sollten vielmehr symbolisieren, dass alle Menschen eingeschlossen seien, unabhängig von Herkunft oder Hautfarbe. Zudem beruft er sich auf Erfahrungen aus der Praxis: Immer wieder hätten Menschen bei Hausbesuchen gesagt, dass sie den Sternsingern ohne Schminke gar nicht geöffnet hätten.