Ruhig war die Silvesternacht nur auf den ersten Blick. Die bundesweite Bilanz der Polizei zeigt: Pyrotechnik sorgte in ganz Österreich für Brände, Verletzte und hunderte Anzeigen. Besonders dramatisch verlief ein Unfall mit einem Minderjährigen in Wien.

Bei einer Polizeiaktion in mehreren Bundesländern wurden insgesamt 15.000 Stück gefährliche pyrotechnische Gegenstände mit einem Gesamtgewicht von 380 Kilo sichergestellt. Zum Teil handelt es sich um Kugelbomben der Kategorie F3 und F4, die starken gesetzlichen Einschränkungen unterliegen.APA/BMI

Tausende Böller sichergestellt, hunderte Anzeigen

Österreichweit stellten Polizisten in der Silvesternacht rund 2.800 pyrotechnische Gegenstände sicher. Mehr als 3.100 Identitätsfeststellungen wurden durchgeführt. Insgesamt kam es zu 15 strafrechtlichen und 15 verwaltungsrechtlichen Festnahmen. Zusätzlich wurden hunderte Anzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz sowie den jeweiligen Landesgesetzen erstattet.

Allein wegen Verstößen rund um Feuerwerk wurden 139 Organmandate und 729 Verwaltungsanzeigen ausgestellt. In über 60 Fällen ging es um Sachbeschädigungen, in weiteren Dutzenden um Brandstiftung oder fahrlässige Herbeiführung von Feuersbrünsten.

Brände in mehreren Bundesländern

Pyrotechnik löste in mehreren Regionen schwere Brände aus. Im Burgenland geriet in Neusiedl am See eine rund ein Hektar große Fläche in Brand. In Kärnten brannte am Ankogel eine Waldfläche ähnlicher Größe. In Oberösterreich wurden ein landwirtschaftliches Objekt im Bezirk Rohrbach sowie ein Mehrparteienhaus in St. Valentin durch Feuerwerk in Brand gesetzt, dabei wurden drei Menschen verletzt.

Auch Tirol blieb nicht verschont: In Schwaz stand ein Mehrparteienhaus in Flammen, drei Personen wurden verletzt. Zusätzlich kam es in Hochzirl zu Flur- und Waldbränden. In Graz lösten Sprühkerzen ein Feuer in einem Lokal aus, rund 200 Gäste mussten evakuiert werden. Zehn Personen wurden verletzt.

Polizeibeamte anlässlich des 34. Silvesterpfad in der Wiener Innenstadt.APA/MAX SLOVENCIK

Schwerer Unfall mit Minderjährigem in Wien

Besonders dramatisch verlief ein Vorfall in Wien. Ein minderjähriger Bub erlitt durch Pyrotechnik der Kategorien F3/F4 so schwere Handverletzungen, dass er eine Hand verlor. Auch weitere schwere Unfälle durch Böller beschäftigten die Einsatzkräfte.

Neben Bränden und Unfällen kam es auch zu Gewalt. In Wiener Neustadt raubten Jugendliche unter Messerbedrohung Pyrotechnik. In Salzburg wurden zwei Polizisten bei einem Einsatz nach einer Rauferei leicht verletzt, zudem wurde eine Schreckschusswaffe sichergestellt. Insgesamt wurden österreichweit acht Exekutivbedienstete bei Silvestereinsätzen verletzt.

Innenminister Karner dankt den Polizisten für ihren Einsatz.APA/GEORG HOCHMUTH

Innenminister dankt Einsatzkräften

Innenminister Gerhard Karner sprach den Einsatzkräften Dank aus und wünschte allen Verletzten rasche Genesung. Trotz der Vielzahl an Vorfällen sei die Lage insgesamt beherrschbar geblieben.