Nach Angaben des Mannes begann der Vorfall, als ihn ein Jugendlicher mit einem E-Scooter am Bein streifte. Als der 58-Jährige den Fahrer aufforderte, stehen zu bleiben, soll dieser aggressiv reagiert haben, berichtet die Krone.

Statt anzuhalten, fuhr der Jugendliche laut Schilderung des Opfers mit voller Geschwindigkeit gezielt gegen dessen Beine. Der Mann stürzte zu Boden. Anschließend soll der Angreifer mit dem E-Scooter erneut über beide Sprunggelenke gefahren sein und anschließend geflüchtet sein.

Schwere Verletzungen und lange Rehabilitation

Die Folgen der Attacke waren gravierend: Beide Sprunggelenke wurden gebrochen. Der Wiener musste mehrfach operiert werden, erhielt Metallplatten in beide Gelenke und verbrachte Wochen mit Liegegips. Insgesamt war er 93 Tage im Krankenstand.

Bis heute bereiten ihm die Verletzungen Beschwerden – insbesondere beim Stiegensteigen.

Die Polizei wertete Überwachungsvideos einer nahegelegenen Trafik aus. Der mutmaßliche Täter konnte darauf jedoch nicht eindeutig identifiziert werden. Das Opfer erstattete Anzeige gegen Unbekannt, die Ermittlungen dauern an.

Polizei setzt auf Kontrollen und Prävention

Nach Angaben der Wiener Polizei werden im Bezirk regelmäßig Schwerpunktkontrollen gegen verkehrsgefährdendes Verhalten von E-Scooter-Lenkern durchgeführt. Verstöße würden konsequent geahndet.

Zusätzlich laufen im Rahmen der Initiative „Gemeinsam.Sicher“ gemeinsam mit den Kinderfreunden und dem Fair-Play-Team Präventionsprojekte, um Konflikte unter Jugendlichen frühzeitig zu entschärfen.

Der Bereich rund um den Cizekplatz steht seit einiger Zeit wegen Berichten über Jugendkriminalität im Fokus. Anrainer beklagen unter anderem Sachbeschädigungen, Lärmbelästigungen und Einschüchterungen.

Die Polizei betont jedoch, dass der Cizekplatz offiziell nicht als Kriminalitätsschwerpunkt gilt. Im vergangenen Jahr wurden dort 25 Einsätze registriert, darunter wegen Einbrüchen, Suchtmitteldelikten und Ruhestörungen. Schwere Gewalttaten seien nach Angaben der Behörden vergleichsweise selten.

Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) erklärte, Probleme mit Jugendlichen seien seit 2024 bekannt. Man stehe dazu in engem Austausch mit der Grätzelpolizei. Gleichzeitig erneuerte er seine Forderung nach einer stärkeren personellen Ausstattung der Wiener Polizei.

Wie der exxpress berichtete, patrouillieren am Cizekplatz inzwischen sogar freiwillige „Grätzel-Wächter” auf Motorrädern, weil sich Anrainer von einer aggressiven Rollergang terrorisiert fühlen:

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