Rund hundert Besucher waren im Malersaal des Schauspielhauses erschienen, um Schwarzer aus ihrem neuen Buch „Feminismus pur. 99 Worte“ lesen zu hören. Doch der Abend verlief nicht ohne Zwischenfälle. Mehrere Aktivisten unterbrachen die Lesung, stürmten auf die Bühne und riefen Parolen in Richtung Publikum. Die meisten Besucher reagierten darauf mit lautem Buhen.

Schauspielhaus hielt an Lesung fest

Alice Schwarzer selbst blieb während der Störungen ruhig auf ihrem Platz sitzen und wartete, bis sich die Situation wieder beruhigt hatte. Später erklärte sie vor dem Publikum: „Wir sind da, um voneinander zu hören und uns auszutauschen. Wir müssen überhaupt nicht einer Meinung sein.“

Bereits vor Beginn der Veranstaltung hatten sich mehr als hundert Demonstranten vor dem Theater versammelt. Mit Bannern und Sprechchören warfen sie der Publizistin vor, einen „transfeindlichen, rassistischen und ausgrenzenden Radikalfeminismus“ zu vertreten.

Auch innerhalb des Theaters hatte es im Vorfeld Absage-Forderungen gegeben. Das Schauspielhaus hielt dennoch an der Lesung fest. In einer Stellungnahme betonte das Theater, Schwarzer äußere sich seit Jahrzehnten zu vielen Themen und stelle sich bewusst auch kontroversen Debatten.