Burkini, Prothese, Trans-OP-Narben: Was Kindern jetzt vorgelesen wird
Die Stadt Hannover verteilt an 41 städtische Kitas eine Empfehlungsliste mit „queeren Büchern“. Zusammengestellt wurde sie vom queeren Mitarbeitendennetzwerk unter Anleitung der zuständigen Diversity-Beauftragten. Die Titel reichen von Familienbildern bis tief ins Körper- und Identitätsthema.
Die Stadt Hannover hat eine Empfehlungsliste mit „queeren Büchern“ an ihre 41 städtischen Kindertageseinrichtungen verteilt. Laut Angaben einer Pressesprecherin wurden die Listen vom „queeren Mitarbeiter*innennetzwerk“ unter Anleitung der Beauftragten für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt zusammengestellt. Die empfohlenen Bücher richten sich demnach an Kinder von null bis zwölf Jahren – also von Krippenalter bis Grundschule.
Im Zentrum der Liste stehen Titel, die laut Apollo News „andere Familienkonstellationen als die traditionelle Familie“ zeigen sollen. Einige Inhalte gehen darüber hinaus deutlich ins Körper- und Identitätsthema.
Buch über Genitalien und „Körperspiele“
In der Empfehlungsliste ist demnach unter anderem das Buch „Untenrum: Und wie sagst du?“ enthalten, das sich an Kinder von drei bis sieben Jahren richtet. Darin geht es auch darum, wie Kinder ihre Genitalien selbst untersuchen können – inklusive Gegenständen wie Taschenlampe und Spiegel.
Außerdem wird eine Szene geschildert, in der Kindergartenkinder über „Körperspiele“ sprechen. Eine Erzieherin erklärt dabei, solche Spiele seien nur erlaubt, wenn alle beteiligten Kinder dies wollen. Erwachsene dürften sich nicht daran beteiligen.
Bilderbuch mit Burkini, Prothese – und Narben nach Brustentfernung
Ebenfalls für jüngere Kinder wird das Buch „Körper sind toll“ empfohlen. Es wolle vermitteln, dass „alle Körper“ toll seien – unabhängig von Aussehen oder Merkmalen. Genannt werden unter anderem eine Schwimmbad-Szene mit einer Schwangeren im Burkini, eine ältere Dunkelhäutige mit Beinprothese in einer Ballettgruppe sowie ein männlicher Tänzer in Frauenkleidung.
Auf mindestens zwei Doppelseiten würden zudem Frauen gezeigt, die sich die Brüste haben abnehmen lassen. Sie seien als Trans-Männer dargestellt, unter anderem mit Bart; zu sehen seien Narbenlinien am Oberkörper.
Für Grundschulkinder: „Me and My Dysphoria Monster“
Für Grundschulkinder empfiehlt die Liste laut Darstellung außerdem das Buch „Me and My Dysphoria Monster“. Darin geht es um ein „Transmädchen“, also einen Jungen, der sich als Mädchen fühlt. Die Geschlechtsdysphorie wird in der Geschichte durch ein Monster verkörpert, das größer werde, wenn das Kind mit dem „falschen Namen“ angesprochen oder beim Sport dem Jungenteam zugeteilt werde. Später lerne das Transmädchen einen Transmann kennen, der helfe, das Unbehagen in den Griff zu bekommen.
Mit der Empfehlungsliste wurden laut Bericht auch 14 Bücher zum Anschauen und Vorlesen verteilt. Kostenpunkt: rund 11.000 Euro.
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