Die Geschichte vieler Drogen beginnt überraschend harmlos. So vermarktete das Pharmaunternehmen Bayer bereits im Jahr 1898 Heroin als Hustenmittel – damals galt es als sichere Alternative zu Morphium. Erst später wurde das enorme Suchtpotenzial erkannt.

Auch Amphetamine wurden ursprünglich für medizinische Zwecke entwickelt. Über Jahre hinweg unterschätzte man jedoch die gesundheitlichen Risiken dieser Substanzen. Heute zeigen neue wissenschaftliche Daten, dass gerade diese Stoffe erhebliche Gefahren für das Herz-Kreislauf-System darstellen können.

Studie mit über 100 Millionen Menschen

Wie The Guardian berichtete, analysierten für die neue Untersuchung Forscher medizinische Daten aus 32 Studien mit mehr als 100 Millionen Menschen. Das Ergebnis ist eindeutig: Mehrere gängige Freizeitdrogen stehen in direktem Zusammenhang mit einem deutlich erhöhten Schlaganfallrisiko.

Die Zahlen sind drastisch:

– Amphetamine: plus 122 Prozent Risiko

– Kokain: plus 96 Prozent

– Cannabis: plus 37 Prozent

Die Ergebnisse zeigen also: Vor allem sogenannte Stimulanzien wie Amphetamine und Kokain wirken sich massiv auf das Risiko für schwere Gefäßereignisse im Gehirn aus.

Junge Menschen besonders betroffen

Besonders alarmierend ist der Effekt bei jüngeren Konsumenten. Bei Menschen unter 55 Jahren fällt der Zusammenhang zwischen Drogenkonsum und Schlaganfall besonders stark aus. In dieser Altersgruppe verdreifacht sich das Risiko durch Amphetamine beinahe.

Auch Kokain zeigt einen deutlichen Effekt: Hier steigt das Schlaganfallrisiko bei jüngeren Menschen um rund 97 Prozent.

Cannabis fällt in der Analyse zwar weniger stark ins Gewicht, doch auch hier zeigt sich ein messbarer Zusammenhang. Bei jüngeren Menschen liegt die Risikoerhöhung bei etwa 14 Prozent.

Studienleiterin Megan Ritson von der University of Cambridge warnt deshalb vor einer gefährlichen Fehleinschätzung unter jungen Konsumenten. Sie sagt:
„Illegale Drogen sind ein vermeidbarer Risikofaktor für Schlaganfälle, aber viele junge Menschen wissen nicht, wie hoch dieses Risiko wirklich ist.“

Millionen Menschen betroffen

Die Ergebnisse bekommen zusätzliche Brisanz durch die weltweit steigende Zahl von Drogenkonsumenten. Laut den Vereinten Nationen konsumieren weltweit rund 300 Millionen Menschen regelmässig illegale Drogen.

Darunter sind:

– etwa 228 Millionen Cannabis-Konsumenten

– rund 30 Millionen Amphetamin-Nutzer

– etwa 23 Millionen Kokain-Konsumenten

Damit betrifft das Problem nicht nur einzelne Szenen oder Regionen, sondern ein globales Gesundheitsrisiko.

Warum Drogen das Gehirn gefährden

Der Zusammenhang zwischen Drogen und Schlaganfall liegt vor allem in den Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Viele dieser Substanzen setzen den Körper massiv unter Stress. Amphetamine und Kokain können beispielsweise den Blutdruck stark erhöhen und gleichzeitig die Blutgefäße im Gehirn verengen. Diese Kombination ist besonders gefährlich: Sie erhöht das Risiko für Gefäßverschlüsse oder Hirnblutungen. Kokain hat zudem einen weiteren Effekt. Die Droge kann Arterienverkalkung beschleunigen, wodurch sich Gefäße schneller verengen.

Auch Cannabis bleibt nicht ohne Folgen. Die Substanz kann ebenfalls Blutgefäße verengen und die Bildung von Blutgerinnseln fördern – zwei Faktoren, die das Risiko für Schlaganfälle erhöhen können.

Eine der häufigsten Todesursachen weltweit

Ein Schlaganfall entsteht, wenn die Blutversorgung im Gehirn unterbrochen wird – etwa durch ein verstopftes oder geplatztes Blutgefäß. Die Nervenzellen erhalten dann keinen Sauerstoff mehr und beginnen innerhalb kurzer Zeit abzusterben.

Die Folgen können dramatisch sein: Lähmungen, Sprachstörungen oder bleibende Hirnschäden. Weltweit gehört der Schlaganfall zu den häufigsten Todesursachen. Jedes Jahr sterben mehr als sieben Millionen Menschen daran.