Drama in Wien: Bekannter Muttermörder tot in Gemeindebau gefunden
Schockierende Szenen in einem Döblinger Gemeindebau: Ein Mann, der vor mehr als drei Jahrzehnten seine eigene Mutter enthauptet hatte, ist nun nach einem Gerangel mit Nachbarn tot in seiner Wohnung gefunden worden. Die Attacke mit einem Beil auf eine 66-Jährige hätte beinahe in einer weiteren Tragödie geendet.
Die Polizei fand den 59-Jährigen nach dem Gerangel tot in seiner Gemeindebau-Wohnung. (Symbolbild)exxpress/exxpress
Wie oe24 berichtet, spielte sich das Drama bereits am Montagmittag ab. Der 59-Jährige, der 1993 seine Mutter getötet und enthauptet hatte und mehrfach in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden war, lebte seit Jahren unter neuem Namen unauffällig in einem Gemeindebau in Wien-Döbling. Nun endete sein Leben nach einem brutalen Zwischenfall mit Nachbarn – und unter ungeklärten medizinischen Umständen.
Ein Verbrechen, das Wien nie vergaß – und ein Täter, der wieder auffällig wurde
Der Fall geht zurück ins Jahr 1993: Damals tötete der 26-jährige Michael T. seine 58-jährige Mutter Ildiko in ihrer Wohnung in der Gentzgasse. Er schnitt ihr den Kopf ab und brachte ihn in einem Plastiksackerl zur Boutique der Mutter, wo er ihn in der Auslage ablegte.
Nach seiner Festnahme wirkte T. völlig verwirrt, lieferte kein Motiv und machte „zusammenhanglose Angaben“. Zwischen Mutter und Sohn habe es länger Konflikte gegeben, weil er sich „eingeengt und bevormundet“ gefühlt habe. Am 21. Dezember 1993 wurde er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.
Trotz einer Warnung einer behandelnden Ärztin wurde Michael T. nach sechs Jahren als geheilt entlassen. Doch bereits 2000 folgte die nächste Einweisung: In Ungarn hatte er einem Hoteldirektor ein Messer an den Hals gehalten und gedroht, ihm die Kehle durchzuschneiden. Später – der genaue Zeitpunkt ist unklar – kam er erneut frei und lebte zuletzt ruhig und unauffällig im 19. Bezirk.
Attacke mit dem Beil – Ehepaar rettet sich in letzter Minute
Vergangenen Montag kam es jedoch erneut zu einem dramatischen Zwischenfall. Der 59-Jährige, psychisch schwer beeinträchtigt und zuletzt schwer an Krebs erkrankt, griff plötzlich zu einem Beil und bedrohte eine 66-jährige Nachbarin in seiner Wohnung. Die Frau und ihr Ehemann (70) hatten sich um den Mann gekümmert – nun standen sie selbst vor einer lebensgefährlichen Situation.
Dem 70-Jährigen gelang es „mit Aufbietung aller Kraft“, den Angreifer niederzuringen. Doch das Ehepaar war in der Wohnung eingeschlossen – der Schlüssel war verschwunden. Erst nachdem sie ihn gefunden hatten, rannten beide ins Freie und Nachbarn alarmierten den Notruf.
Polizei findet Täter tot – Fremdverschulden ausgeschlossen
Kurz darauf traf die Polizei mit Unterstützung der WEGA ein. Polizeisprecher Markus Dittrich bestätigt: „Als sie in die Wohnung kamen, fanden sie dort den Beschuldigten tot am Boden auf.“
Weshalb der Mann starb, ist noch offen. Eine Obduktion wurde angeordnet. Fremdverschulden wird ausgeschlossen, alles deute auf eine „plötzliche medizinische Krise“ hin. Abschnittsfeuerwehrkommandant Rudolf Hafellner sprach in einer Aussendung von „großem Glück“ für die Beteiligten – denn ohne das beherzte Eingreifen der Nachbarn hätte der Vorfall tragisch enden können.
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