Die Zahlen sind alarmierend und zeigen steil nach oben. In Oberösterreich wurden im vergangenen Jahr deutlich mehr Drogenlenker angezeigt als noch ein Jahr zuvor. Trotz moderner Testgeräte sieht Verkehrslandesrat Günther Steinkellner massive Lücken im System. Sein Befund ist eindeutig: Wer unter Drogeneinfluss fährt, kommt derzeit zu oft davon. Das soll sich ändern.

Dramatischer Anstieg binnen weniger Jahre

Oberösterreich zieht eine ernüchternde Bilanz: Im Jahr 2025 wurden 1.581 Personen angezeigt, die unter Drogeneinfluss gefahren sind oder einen Test verweigert haben. Zum Vergleich: 2024 waren es noch 1.362 Anzeigen – ein Anstieg von mehr als 16 Prozent binnen nur eines Jahres. Damit landet das Bundesland österreichweit auf Platz zwei, direkt hinter Wien.

Besonders brisant ist die langfristige Entwicklung. 2014 lag die Zahl der Anzeigen laut Politik noch bei 160 Fällen. Innerhalb von etwas mehr als einem Jahrzehnt hat sich das Problem damit vervielfacht – ein Trend, der Sorgen bereitet.

Um gegenzusteuern, wurde die technische Ausstattung der Polizei bereits ausgebaut. Mittlerweile verfügt jeder Bezirk in Oberösterreich über mindestens ein Vortestgerät, mit dem Verdachtsfälle schnell überprüft werden können. Die Kontrollen sind damit zumindest auf den ersten Blick effizienter geworden.

Steinkellner kritisiert System: „Deutlich höhere Strafen“

Verkehrslandesrat Günther Steinkellner sieht trotz besserer Ausrüstung gravierende Schwächen im aktuellen Vorgehen. Sein zentraler Kritikpunkt: Drogenlenker seien derzeit weniger gefährdet, tatsächlich angehalten und überführt zu werden. Der Hauptgrund dafür sind aufwendige Verfahren, die umfangreiche medizinische Untersuchungen erforderlich machen.

Für Steinkellner ist klar, worum es geht: Wer unter dem Einfluss von Suchtmitteln fährt, gefährdet Menschenleben. Entsprechend deutlich fällt seine Forderung aus: „Ich fordere daher deutlich höhere Strafen für Drogenlenker.“

Darüber hinaus pocht der FPÖ-Politiker auf eine klare rechtliche Anerkennung der Vortestgeräte. Diese müssten rechtlich abgesichert eingesetzt werden können. Ergänzend verlangt er eine spezielle Zusatzausbildung für Polizisten, um Kontrollen rechtssicher und effizient durchführen zu können.

Aus seiner Sicht ist der Handlungsbedarf dringend. Die steigenden Anzeigenzahlen seien ein Warnsignal und ein Hinweis darauf, dass die bestehenden Regeln nicht abschreckend genug wirken.