Der Grund: Der E-Bus hat nicht genügend Leistung, um die steile Strecke zu bewältigen. An diesem Mittwoch wurde der Vorfall gegen 16.15 Uhr erneut beobachtet, als Fahrgäste im E-Bus Nummer 502 auf dem Weg nach Eichat aussteigen mussten, weil der Bus die Steigung nicht schaffte.

Ein „Krone“-Leser, der die Szene filmte, berichtete der Kronen Zeitung, dass ihm ähnliche Erlebnisse von Freunden in den letzten Wochen zugetragen wurden. Die Fahrgäste, die sich auf die Technik des Elektroantriebs verlassen hatten, fanden sich also gezwungen, den restlichen Weg zu Fuß zurückzulegen.

„Software-Problem“ als Ursache

Die Erklärung für die Panne kam von Alexander Ledermair, Geschäftsführer des betroffenen Verkehrsunternehmens Ledermair. Laut Ledermair handelt es sich um ein „vereinzelt auftretendes Software-Problem“, das speziell beim Bergauffahren auftritt. Die Software des Elektroantriebs könne nicht die volle Leistung freisetzen, was zur Überhitzung der Busse führt und den Aufstieg blockiert. Dies sei ein Anfangsproblem mit der neuen Technik von MAN, dem Hersteller der E-Busse.

Obwohl das Problem die Fahrgäste in den vergangenen Wochen wiederholt betroffen hat, versichert Ledermair, dass eine Lösung des Problems bereits in Arbeit sei. Eine Aktualisierung der Software sei jedoch nur möglich, wenn sie vom Hersteller autorisiert wird – ein Prozess, der mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann. „Wir rechnen damit, dass die Aktualisierung bis Ende Februar oder Anfang März durchgeführt wird“, so Ledermair. Als Übergangslösung stellte MAN acht Dieselbusse zur Verfügung, die ebenfalls auf der Strecke eingesetzt werden.

Seltene Zwischenfälle auf steilen Strecken

Laut dem Verkehrsbund Tirol (VVT) tritt das Problem ausschließlich auf der Strecke am Schusterbergweg auf. Auf anderen Strecken, wie etwa in Serfaus/Fiss/Ladis, bei denen die E-Busse seit Mai 2024 im Einsatz sind, seien keine ähnlichen Zwischenfälle aufgetreten. Der VVT bestätigt, dass auf den anderen Strecken eine angepasste Version der Software eingesetzt wird, die keine Probleme verursacht.

Trotz der derzeitigen Schwierigkeiten betont Ledermair, dass solche Pannen bei neuen Fahrzeugen nicht ungewöhnlich seien. „Solche Schwierigkeiten gibt es auch bei Dieselbussen, nur fällt es dort nicht so sehr auf“, erklärt der Geschäftsführer. Für die Fahrgäste bleibt jedoch der Wunsch nach einer schnelleren Lösung bestehen – und das vor allem, wenn der Weg zur Arbeit oder zum Ziel regelmäßig auf den Elektroantrieb angewiesen ist.