E-Scooter außer Kontrolle: Alkohol, Drogen und immer mehr Verletzte
In Oberösterreich geraten immer mehr E-Scooter-Lenker ins Visier der Behörden, weil sie alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss unterwegs sind. Aktuelle Auswertungen zeigen: Die Zahl der Delikte steigt spürbar. Zudem steigt die Zahl der Verletzten.
Neue Zahlen aus dem Ressort von Verkehrslandesrat Günther Steinkellner zeichnen ein klares Bild. Während Alkohol- und Drogendelikte früher vor allem mit Autofahrern oder Motorradlenkern in Verbindung gebracht wurden, rücken E-Scooter-Fahrer zunehmend in den Fokus. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der Anzeigen wegen Alkoholkonsums in Oberösterreich von 101 auf 170. Noch drastischer fällt der Zuwachs bei Drogenvergehen aus: von 37 auf 127 gemeldete Fälle.
Steinkellner sieht darin ein alarmierendes Signal. Das Problembewusstsein sei vielfach nicht vorhanden. E-Scooter würden noch immer unterschätzt – dabei gelten auch für sie dieselben Regeln wie für jedes andere Verkehrsmittel. Wer berauscht fährt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere.
Unfallzahlen steigen rasant
Parallel zu den Anzeigen nimmt auch die Zahl der Unfälle deutlich zu – und das nicht nur im Land. Im ersten Halbjahr 2025 verletzten sich österreichweit 1.125 E-Scooter-Nutzer, zwei Menschen kamen ums Leben. Das entspricht einem Plus von 31 % gegenüber dem Vorjahr und sogar 84 % im Vergleich zu 2023. Diese Entwicklung geht aus aktuellen Daten von Statistik Austria hervor.
Auffällig ist dabei der hohe Anteil an Alkohol-Missbrauch: Rund 15 % der verunglückten E-Scooter-Fahrer standen unter Alkoholeinfluss. Gleichzeitig trugen nur sieben % einen Helm. Besonders besorgniserregend ist die Altersverteilung: In der Gruppe der Zehn- bis 14-Jährigen hat sich die Zahl der Verletzten mehr als verdoppelt.
Mehr Tote auf Österreichs Straßen
Die E-Scooter sind Teil eines größeren Problems. Insgesamt nahm die Zahl der Verkehrstoten im ersten Halbjahr 2025 deutlich zu. 170 Menschen verloren auf Österreichs Straßen ihr Leben – fast ein Viertel mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch bei Radfahrern wurde ein trauriger Höchststand erreicht: 30 Todesopfer, viele davon auf E-Bikes unterwegs. Motorradfahrer und Fußgänger verzeichneten ebenfalls steigende Opferzahlen.
Kommentare