Einbürgerungen schießen hoch: Österreich vergibt immer mehr Pässe
Im Jahr 2025 ist die Zahl der Einbürgerungen in Österreich deutlich gestiegen. Insgesamt erhielten mehr als 25.000 Personen die Staatsbürgerschaft – ein Zuwachs von 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Statistik Austria bekanntgab.
Ein beträchtlicher Teil, rund 9.600 Menschen, lebt nicht in Österreich. Dabei handelt es sich laut Angaben überwiegend um Nachkommen von NS-Verfolgten. Besonders stark fiel der Anstieg bei Personen mit Wohnsitz im Inland aus, hier gab es ein Plus von 19 Prozent. Etwa jede fünfte eingebürgerte Person wurde zudem bereits in Österreich geboren.
“Im Jahr 2025 hat sich der Trend steigender Einbürgerungszahlen weiter fortgesetzt”, kommentierte Manuela Link, fachstatistische Generaldirektorin der Behörde, die Zahlen. Von den rund 15.500 Eingebürgerten, die in Österreich leben, hatte rund jede oder jeder Fünfte (knapp 3.200) davor die syrische Staatsangehörigkeit. Etwa jeder Zehnte (1.600) war zuvor Türke. Rund 1.300 oder 8,4 Prozent kommen aus Afghanistan. Knapp die Hälfte aller eingebürgerten Menschen waren Frauen, ein Drittel war weniger als 18 Jahre alt.
Größter Zuwachs in Wien
Den größten Zuwachs an Einbürgerungen gab es in Wien (5.078 Einbürgerungen) mit einem Anstieg um 38,6 Prozent. Es folgen Vorarlberg (plus 37,2 Prozent auf 1.018), Tirol (plus 23,6 Prozent auf 1.236), Niederösterreich (plus 19,5 Prozent auf 2.557), Steiermark (plus 18,5 Prozent auf 1.854), Kärnten (plus 16,6 Prozent auf 576) und Burgenland (plus 16,1 Prozent auf 339). Einen deutlichen Rückgang von 11,2 Prozent auf 2.241 Einbürgerungen gab es in Oberösterreich. In Salzburg sank die Zahl der Einbürgerungen um leichte 0,2 Prozent auf 613.
Mehr als drei Viertel der Einbürgerungen erfolgte 2025 aufgrund eines Rechtsanspruchs. Dies inkludiert NS-Verfolgte und deren Nachkommen. Letztere leben zu 99,8 Prozent im Ausland. Fast 5.000 haben daneben die israelische Staatsbürgerschaft. Rund 2.800 kommen aus den USA und gut 900 aus Großbritannien.
Kommentare