Einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverband zufolge, sehen sich große Teile der deutschen Bevölkerung stark von den steigenden Lebenshaltungskosten betroffen. Rund 58 % der Befragten äußerten Sorgen über ihre finanzielle Situation und die Belastung des eigenen Haushalts. Demgegenüber erklärten 42 %, sie verspürten nur geringe oder gar keine Sorgen. Grundlage der Umfrage waren rund 1.000 Interviews, die im November geführt wurden.

Besonders deutlich wird der Kostendruck beim täglichen Einkauf. Mehr als zwei Drittel der Befragten, 68 Prozent, gaben an, Preissteigerungen vor allem bei Lebensmitteln wahrzunehmen.

„Politische Sprengkraft“ im Supermarktregal

Aus Sicht der Verbraucherzentralen ist die Entwicklung brisant. Ramona Pop, Vorständin des Bundesverbands, spricht von einer Frage mit „politischer Sprengkraft“. Seit dem Jahr 2020 seien die Lebensmittelpreise in Deutschland um etwa ein Drittel gestiegen. In den Beratungsstellen mehren sich Beschwerden über versteckte Preiserhöhungen, sogenannte Mogelpackungen und qualitative Abstriche – etwa geringere Fruchtanteile bei Säften oder kleinere Verpackungsgrößen bei gleichem Preis. All dies sorge für wachsenden Frust bei den Verbrauchern.

Besonders hart treffe die Entwicklung Menschen mit niedrigem Einkommen. Dort nehmen Lebensmittel und Energie einen überdurchschnittlich hohen Anteil der monatlichen Ausgaben ein. Für viele bleibe am Monatsende kaum finanzieller Spielraum übrig.

Unklare Verantwortlichkeiten entlang der Lieferkette

Ob die Preisentwicklung vor allem durch den Lebensmitteleinzelhandel oder durch Hersteller und Verarbeiter getrieben wird, lässt sich laut Verbraucherzentrale kaum eindeutig beantworten. Selbst die Kartellbehörden verfügten nur über begrenzte Einblicke. Während einige Beobachter auf die Marktmacht großer Handelsketten verweisen, sehen andere die Verantwortung eher bei der Lebensmittelindustrie.

Fest steht: Die steigenden Preise haben das Konsumverhalten verändert – und das Thema Lebenshaltungskosten bleibt für viele Haushalte eine der zentralen Sorgen des Alltags.