Eklat auf CNN: „Sie können nicht einfach die Fakten verdrehen“
Auf CNN kracht es zwischen Trumps Heimatschutzministerin Kristi Noem und dem Moderator – wegen tödlicher Polizeischüsse auf eine US-Bürgerin, die in Minneapolis eine Großoperation gegen illegale Migranten blockierte. Jetzt tobt Streit ums Video: Was zeigte CNN, was ließ der Sender weg? Kritiker sprechen von Manipulation.
Trumps Heimatschutzministerin Kristi Noem verteidigt den tödlichen Polizeieinsatz und wirft CNN Faktenverdrehung vor.YouTube/CNN/Screenshot
Der Schlagabtausch lief live auf CNN: US-Heimatschutzministerin Kristi Noem geriet mit Moderator Jake Tapper heftig aneinander. Thema war der tödliche Schusswaffeneinsatz eines Bundesbeamten in Minneapolis. Tapper widersprach Noems Darstellung mehrfach – Noem konterte scharf: „Sie können die Fakten nicht ändern, nur weil sie Ihnen nicht gefallen.“
Es wurde ein mehr als ein hitziges Interview. Der Streit steht sinnbildlich für eine größere Debatte – über Medienmacht, Bildauswahl und politische Narrative rund um einen Polizeieinsatz.
Was ist in Minneapolis passiert?
Mehrere Videos zeigen den Ablauf des Einsatzes. Demnach blockierte Renee Nicole Good mit ihrem SUV über mehrere Minuten hinweg eine Straße, auf der Bundesbeamte im Rahmen einer laufenden Operation unterwegs waren. Der Einsatz kam zum Stillstand, Beamte näherten sich dem Fahrzeug und forderten Good auf auszusteigen.
Dann eskalierte die Situation innerhalb weniger Sekunden: Das Auto setzte zurück, fuhr anschließend wieder an. Ein Beamter befand sich nahe der Fahrerseite, sprang zur Seite und feuerte drei Schüsse ab. Good erlag später ihren Verletzungen.
Worum ging es bei dem Einsatz?
Der Einsatz war keine gewöhnliche Kontrolle, sondern Teil einer groß angelegten Bundesoperation in der Region Minneapolis–St. Paul. Nach Angaben der Regierung waren rund 2.000 Beamte beteiligt. Ziel war die Durchsetzung des Einwanderungsrechts, flankiert von Ermittlungen zu mutmaßlichem Betrug.
Der entscheidende Streitpunkt
Unstrittig ist: Renee Good blockierte den Einsatz. Umstritten ist die zentrale Frage: Fuhr sie gezielt auf den Beamten zu – oder wollte sie fliehen? Genau hier beginnt der Konflikt zwischen Regierung und CNN.
Tapper vertrat im Interview die These, Good habe möglicherweise lediglich wegfahren wollen. Noem widersprach vehement: Das Fahrzeug sei als Waffe eingesetzt worden, der Beamte habe sich verteidigt. Für sie sei der Sachverhalt eindeutig.
One thing that I haven't seen people pointing out is that Renee Good had her tires pointed at the ICE agent - meaning that she fully intended on running him over - and only turned them once he pulled out his gun. pic.twitter.com/v4z2c0htqq
— Leftism (@LeftismForU) January 8, 2026
Die schärfsten Vorwürfe gegen CNN
Kritiker werfen dem Sender vor, entscheidende Teile des Ablaufs nicht gezeigt oder nur stark verkürzt ausgestrahlt zu haben:
In mehreren CNN-Beiträgen fehlte die mehrminütige Blockade der Straße vor der Eskalation. Der Fokus lag fast ausschließlich auf den Sekunden rund um die Schüsse – ohne den vorherigen Kontext. Dadurch sei beim Publikum der Eindruck entstanden, es habe sich um einen grundlosen Schuss gehandelt.
Der zentrale Vorwurf: CNN habe ein Narrativ bedient, statt den gesamten Ablauf transparent darzustellen.
🚨 BREAKING: Was just sent a video showing the moments before the shooting.
— Dustin Grage (@GrageDustin) January 10, 2026
In it, you can clearly see Renee Good’s vehicle blocking ICE agents for over 3 minutes as she’s dancing to her own car horn.
Kinda ruins some narratives, doesn’t it? pic.twitter.com/aXtiTjAtF9
Besonders brisant: Auf X kursieren inzwischen weitere Videos, die die lange Blockade, das Wortgefecht vor Ort und die Nähe der Beamten zum Fahrzeug zeigen – Material, das CNN nach Ansicht der Kritiker kaum oder gar nicht aufgegriffen hat.
Wer war Renee Good?
Good war Mutter von drei Kindern, keine bekannte Extremistin. Nach Angaben von Angehörigen wollte sie den Einsatz stören oder verzögern – möglicherweise aus Protest gegen Abschiebungen im Viertel. Dass sie den Einsatz bewusst blockierte, ist durch Videoaufnahmen belegt.
Ob sie im entscheidenden Moment gezielt auf einen Beamten zufuhr, bleibt offen. Genau deshalb ermittelt nun auch das FBI.
Der CNN-Eklat zeigt: Es geht längst nicht mehr nur um einen tödlichen Einsatz. Es geht um Deutungshoheit, Medienvertrauen und die Macht der Bilder. Der Fall Minneapolis wird nicht nur juristisch, sondern auch medial noch lange nachwirken.
Kommentare