Eklat! „Völkermord“-Vorwurf bei Berlinale – Minister geht, Saal applaudiert
Ein Pro-Palästina-Regisseur nutzt die Bühne der Berlinale für eine politische Attacke auf Berlin. Er wirft der Bundesregierung „Völkermord“ vor – und kündigt an, man werde sich an jeden Kritiker „erinnern“. Der Saal reagiert gespalten: Applaus hier, Zwischenrufe dort. Ein Minister verlässt demonstrativ die Gala.
Abdallah Alkhatib und Taqiyeddine Issaad nehmen im Berlinale Palast den Preis für das beste Spielfilmdebüt entgegen, und drohen bei der Gelegenheit allen, die sich der Anti-Israel-Propaganda nicht anschließenGETTYIMAGES/Arturo Holmes
Was als Glamour-Abend geplant war, endet in einem politischen Knall: Auf der Bühne der Berlinale 2026 wirft der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib der deutschen Bundesregierung öffentlich vor, sich an einem „Völkermord in Gaza“ zu beteiligen.
Teile des Publikums klatschen. Der einzige Vertreter der Bundesregierung steht auf – und geht.
Es ist eine beispiellose Anmaßung, in einem freien Land Zuflucht zu suchen – nur um genau dieses Land zu bedrohen und zu verachten.
— Ahmad Mansour (@AhmadMansour__) February 22, 2026
Ein Staat, der sich selbst respektiert, darf darauf nicht schweigen.
Das Gerede von „politischer Rede“ ist blanker Zynismus.
es war… pic.twitter.com/VFeb9pwB05
„Sie beteiligen sich an Israels Völkermord“
Ausgezeichnet für sein Debüt „Chronicles From the Siege“, nutzt Alkhatib seine Dankesrede für eine direkte Attacke auf Berlin: „Sie beteiligen sich an Israels Völkermord in Gaza. Und ich glaube, Sie sind intelligent genug, diese Wahrheit zu erkennen. Aber Sie entscheiden sich, sich nicht darum zu kümmern.“
„Wir werden uns an jeden erinnern“
Doch damit nicht genug. Alkhatib legt nach: „Wir werden uns an jeden erinnern, der an unserer Seite stand – und an jeden, der gegen uns stand.“
Für viele im Saal klingt das wie eine klare Drohung gegen politische Gegner. Die Stimmung kippt. Applaus mischt sich mit Zwischenrufen.
Minister setzt Zeichen – und verlässt die Gala
Im Publikum sitzt Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) – als einziger Vertreter der Bundesregierung. Während der Rede steht er auf. Und verlässt demonstrativ den Saal.
Später stellt sein Ministerium klar: „Bundesminister Schneider hält diese Aussagen für nicht akzeptabel.“
Die Position der Bundesregierung ist eindeutig: Israel begehe keinen Völkermord, sondern verteidige sich nach dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 gegen die Terrororganisation Hamas, die sich im Krieg gegen Juden, Christen und den Westen sieht.
Filmfestival wird zum politischen Schlagabtausch
Alkhatib bleibt nicht allein. Auch die libanesische Filmemacherin Marie-Rose Osta, ausgezeichnet mit dem Goldenen Bären für den besten Kurzfilm, spricht von einem „weitergehenden Völkermord“. Damit dominiert der Gaza-Krieg die Gala stärker als jede filmische Leistung.
Bereits im Vorfeld hatten internationale Künstler wie Javier Bardem und Tilda Swinton der Berlinale in einem offenen Brief „institutionelles Schweigen“ zum Gaza-Krieg vorgeworfen. Festivalleitung und Kulturstaatsminister weisen Zensur-Vorwürfe zurück. Die Berlinale sei ein Ort freier Debatte – keine politische NGO.
Prominente brechen Schweigen und üben scharfe Kritik an Israel-Hass
Der Berlinale-Eklat schlägt mittlerweile auch in der Kulturszene hohe Wellen. Gegenüber der Bild melden sich mehrere prominente Stimmen mit deutlichen Worten zu Wort.
Schauspiel-Ikone Uschi Glas zeigt sich fassungslos über die Szenen: „Ich habe diese Bilder gesehen und musste mit dem Kopf schütteln. Dass die schweigende Mehrheit in dem Moment nicht aufgestanden ist, stimmt mich traurig. Diese schweigende Mehrheit muss jetzt auch mal aufstehen und die Demokratie verteidigen.“ Für Glas ist klar: „Wenn du sitzen bleibst, dann gibst du den Feinden der Demokratie recht.“
Auch Produzent Nico Hofmann wird deutlich: „Mich wundert immer wieder, dass der Hamas-Terror gegen Israel so schnell vergessen zu sein scheint.“ Der Islamismus-Experte Ahmad Mansour spricht von einer Rede, die „nicht politisch im demokratischen Sinne“, sondern „von Propaganda geprägt“ gewesen sei. Das Gerede von einer bloß „politischen Rede“ sei „blanker Zynismus“. Sein Fazit: „Was hier geschieht, ist keine Debatte – es ist Einschüchterung.“ Wer Menschen mundtot mache, kämpfe „nicht für Gerechtigkeit. Er kämpft für Unterwerfung.“
Auch Berlins Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kritisiert: „Denen, die sich hier als Pro-Palästina-Aktivisten inszenieren, geht es nicht um Menschenrechte. Es geht ihnen nicht um Dialog, nicht um Frieden, nicht um differenzierte Kritik. Es geht ihnen allein um Israel-Hass.“ Sein Vorwurf: Die Preisverleihung werde missbraucht, um „moralische Tribunale zu inszenieren“. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann erklärt: „Völkermord-Vorwürfe, antisemitische Ausfälle und Drohungen gegen Deutschland auf der Berlinale sind absolut inakzeptabel.“
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