Empörung in New York: Ramadan-Gebet vor 9/11-Gedenktafel der Feuerwehr
Gebetsteppiche für ein muslimisches Ramadan-Gebet vor der 9/11-Gedenktafel der New Yorker Feuerwehr sorgen für Empörung. Feuerwehrleute und Angehörige der Opfer reagierten fassungslos.
Gebetsteppiche für ein Ramadan-Gebet vor der 9/11-Gedenktafel der New Yorker Feuerwehr: Das Foto sorgt für Empörung.X/Screenshot
Eine Ramadan-Veranstaltung der New Yorker Feuerwehr sorgte in der Millionenmetropole für eine Eklat. Ausgerechnet im Eingangsbereich der Zentrale der Feuerwehr (FDNY) wurden Gebetsteppiche ausgelegt – direkt vor der Gedenktafel für die beim Terroranschlag vom 11. September 2001 gefallenen Feuerwehrleute.
Auf der Tafel stehen die Namen von 343 Einsatzkräften, die beim Einsturz der Zwillingstürme des World Trade Centers ums Leben kamen. Für viele Feuerwehrleute gilt der Ort als heiliger Raum des Gedenkens. Als Fotos der Szene im Internet auftauchten, reagierten zahlreiche Kollegen und Angehörige der Opfer mit scharfer Kritik.
This is despicable! Muslim prayer rugs in front of the FDNY Memorial Plaque for those who were killed on 9/11! Deport all Muslims! https://t.co/mW16iYQkST
— Alexander Duncan (@AlexDuncanTX) March 9, 2026
Ein sensibler Ort
Die Gedenktafel im Hauptquartier der FDNY erinnert an die größte Tragödie in der Geschichte der New Yorker Feuerwehr. Am 11. September 2001 waren Hunderte Feuerwehrleute zu den brennenden Türmen des World Trade Centers ausgerückt. Viele von ihnen starben, als die Gebäude nach den Terroranschlägen einstürzten.
Heute gilt die Tafel mit den 343 eingravierten Namen als zentraler Ort der Erinnerung innerhalb der Feuerwehr. Gerade deshalb sorgten die Bilder der ausgelegten Gebetsteppiche für besondere Empörung. Für Kritiker überschritt die Veranstaltung eine symbolische Grenze.
Ein aktiver Feuerwehrmann schrieb: „Der Bereich vor dem Denkmal sollte ausschließlich dem Gedenken an unsere Gefallenen dienen.“ Was an der muslimischen Veranstaltung zusätzlich verstört: Die Attentäter von 9/11 beriefen sich ausdrücklich auf den Islam.
Ramadan-Feier der FDNY Islamic Society
Die umstrittene Szene entstand während einer Ramadan-Veranstaltung der FDNY Islamic Society. Die Feier fand Anfang März im Auditorium der FDNY-Zentrale statt. Rund 125 Mitglieder und Gäste nahmen teil. Unter den Teilnehmern war auch Zohran Mamdani, der erste muslimische Bürgermeister von New York.
FDNY-Sprecherin Amanda Farinacci erklärte, die Gebetsteppiche seien nur deshalb im Foyer ausgelegt worden, weil im Saal kein Platz mehr gewesen sei. Eine Kränkung der Opfer oder ihrer Familien sei nicht beabsichtigt gewesen. Damit versucht die Feuerwehr, die aufgeheizte Debatte zu beruhigen. Doch viele Kritiker bleiben skeptisch. Die republikanische Stadträtin Joann Ariola erklärte, in ihrem Büro seien bereits mehrere Beschwerden zu dem Vorfall eingegangen.
Feuerwehrleute und Angehörige der Opfer kritisieren vor allem den Ort der Gebete – nicht jedoch die religiöse Veranstaltung an sich.
Hintergrund: Wer war Osama bin Laden – und was wollte er?
Osama bin Laden war der Gründer des Terrornetzwerks al-Qaida und gilt als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001. Bei den Terrorattacken auf das World Trade Center in New York, das Pentagon und ein weiteres Ziel starben fast 3.000 Menschen, darunter 343 Feuerwehrleute.
Bin Laden erklärte die USA und ihre Verbündeten zu Feinden und wollte sie mit spektakulären Terroranschlägen politisch und militärisch schwächen. Ziel war es, die Vereinigten Staaten aus dem Nahen Osten zu verdrängen und einen weltweiten Konflikt zwischen dem Westen und der von ihm propagierten radikal-islamistischen Dschihad-Ideologie anzustoßen.
Er rechtfertigte Gewalt gegen Zivilisten mit dieser extremistischen Auslegung und nutzte den Terror als strategisches Mittel, um Aufmerksamkeit, Angst und politische Instabilität zu erzeugen.
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