Epstein-Akten: 7000 Verbindungen zu österreichischem Harvard-Professor
Neue Enthüllungen aus den Epstein-Akten sorgen für politische Aufregung in Österreich: Tausende Kontakte zwischen einem niederösterreichischen Harvard-Mathematiker und dem verurteilten Sexualstraftäter rufen nun auch die heimische Politik auf den Plan.
Die Verbindungen zwischen dem österreichischen Mathematiker Martin Nowak und dem verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein beschäftigen nun auch die österreichische Politik. Laut freigegebenen Unterlagen des US-Justizministeriums taucht der in Niederösterreich geborene Harvard-Professor in den sogenannten Epstein-Akten rund 7000 Mal auf. Das berichtete etwa die Kronen Zeitung.
Besonders brisant: In den Dokumenten finden sich Hinweise auf zahlreiche Kontakte, E-Mails sowie finanzielle Verbindungen zwischen dem Wissenschaftler und dem Umfeld Epsteins. Ein bekannt gewordenes Schreiben Nowaks an Epsteins Vertraute Ghislaine Maxwell sorgte dabei für besonderes Aufsehen. Darin bedankt sich der Mathematiker überschwänglich für ihre „wundervolle Gastfreundschaft“ nach einem Aufenthalt auf Epsteins Privatinsel Little Saint James – jenem Ort, der später weltweit als Symbol für das Missbrauchssystem des Milliardärs bekannt wurde.
Neben den persönlichen Kontakten spielte auch Geld eine Rolle. Laut den Unterlagen unterstützte Epstein das Umfeld von Nowaks Forschungsprogramm „Evolutionäre Dynamik“ mit rund 6,5 Millionen Dollar. Zudem soll der verurteilte Sexualstraftäter den österreichischen Wissenschaftler in seinem Testament mit fünf Millionen Dollar bedacht haben.
Nowak selbst räumte gegenüber Medien ein, die finanzielle Unterstützung angenommen zu haben, und erklärte, er bereue dies heute zutiefst. Die Verbrechen Epsteins verabscheue er.
Parlamentarische Anfrage angekündigt
Die FPÖ kündigte eine parlamentarische Anfrage an und fordert eine spezielle Ermittlungsstruktur innerhalb der Justiz, um mögliche Österreich-Bezüge in den Epstein-Akten systematisch zu prüfen.
Auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften, deren Mitglied Nowak ist, steht unter Druck. Das Ethikkomitee bestätigte, dass nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine Untersuchung eingeleitet wurde.
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