Ein Erdbeben der Stärke 4,5 ist am Mittwoch in der sizilianischen Provinz Catania klar zu spüren gewesen. Das Zentrum wurde am Vulkan Ätna, nordwestlich der Gemeinde Ragalna, in einer Tiefe von etwa 3,8 Kilometern lokalisiert, teilte das Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) mit.

Das Beben wurde auch in den ostsizilianischen Provinzen Messina und Syrakus wahrgenommen. Berichte über Sach- oder Personenschäden lagen vorerst nicht vor.

Kontrollen am Flughafen Catania

In der Gemeinde Ragalna unweit des Vulkans wurden Schäden an Gebäuden gemeldet. Kontrollen zur Überprüfung der Stabilität der Infrastruktur laufen noch. Die Schulen in Catania wurden auf Anordnung von Bürgermeister Enrico Trantino geschlossen. “Wir überprüfen die Stabilität der Schulgebäude, Sicherheit hat für uns höchste Priorität.”

Auch am Flughafen Catania, dem größten der Mittelmeerinsel, wurden Kontrollen durchgeführt. Dort landen Urlauber, die renommierte Badeorte wie Taormina, Acireale und Giardini Naxos besuchen. Der Flugverkehr wurde durch das Erdbeben jedoch nicht beeinträchtigt.

Magma-Druck im Untergrund

Das Beben deutet laut Experten darauf hin, dass sich die vom Magma ausgehende Spannung im Untergrund des Vulkans bisher nicht abgebaut hat. Der Ätna gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Es kommt immer wieder zu kleineren und größeren Eruptionen.

Unter Geologen gilt der Ätna als vergleichsweise “gutmütiger” Vulkan: Er explodiert in der Regel nicht wie der Vesuv bei Neapel oder der Mount St. Helens in den USA, sondern baut Druck durch regelmäßige Lavaausflüsse ab. Dennoch können die vom Ätna verursachten Erdbeben auch erhebliche Schäden anrichten. Im Dezember 2018 kam es zu einem stärkeren Beben vulkanischen Ursprungs. Dabei wurden 28 Menschen verletzt, rund 400 Personen verloren ihre Häuser.