Erneuter Drohnen-Alarm auf Zypern: Evakuierungen rund um Akrotiri
Nur Stunden nach einem nächtlichen Zwischenfall ist auf dem britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern erneut Alarm ausgelöst worden.
Wie Regierungssprecher Konstantinos Letybiotis mitteilte, wurden zwei Drohnen, die Kurs auf die britischen Basen genommen hatten, rechtzeitig abgefangen. Der zivile Flughafen von Paphos wurde Medienberichten zufolge vorsorglich geräumt, ankommende Maschinen wichen auf den Flughafen Larnaka aus.
Unterdessen verstärkte Griechenland seine militärische Unterstützung für die benachbarte EU-Inselrepublik. Wie Verteidigungsminister Nikos Dendias dem griechischen Rundfunk (ERTNews) sagte, wird Athen zwei Fregatten sowie zwei F-16-Kampfflugzeuge nach Zypern verlegen. Die Kriegsschiffe seien mit modernen Luft- und Drohnenabwehrsystemen ausgestattet.
Weitere Evakuierungen angeordnet
Der zypriotische Zivilschutz und das Innenministerium ordneten an, dass alle Einwohner der Dörfer, die sich auf dem Territorium des Stützpunkts befinden, ihre Häuser verlassen und sich in die nahe gelegene Hafenstadt Limassol begeben sollen. Das zypriotische Fernsehen zeigte Bilder von der Evakuierung.
Die Botschaft der Vereinigten Staaten rief ihre Staatsbürgerinnen und -bürger auf, den Flughafen Paphos sowie Militäranlagen zu meiden. “Es liegen Informationen über eine mögliche Drohnenbedrohung für die Region Paphos vor. Bitte kommen Sie nur im Notfall zur Botschaft”, teilte die US-Vertretung in der Inselhauptstadt Nikosia mit.
Drohnenangriff in der Nacht
Der Alarm folgt auf einen nächtlichen Vorfall: Kurz nach Mitternacht war die Landebahn des britischen Stützpunkts nach Angaben des zypriotischen Präsidenten Nikos Christodoulidis von einer Drohne des Typs “Shahed” getroffen worden. Verletzte gab es nicht, es entstand jedoch “geringfügiger Schaden”, wie die Regierungen in Nikosia und London mitteilten. Behörden beider Länder versuchen nun, den Startort der Drohne zu ermitteln.
Der Stützpunkt Akrotiri liegt westlich der Hafenstadt Limassol und dient Großbritannien als strategisch wichtiger Standort im östlichen Mittelmeer. Das Vereinigte Königreich beteiligt sich nach eigenen Angaben im Nahen Osten an einem defensiven Militäreinsatz gegen den Iran. Verteidigungsminister John Healey zufolge schießen britische Flugzeuge Drohnen und Raketen ab, wenn sie diese entdecken. Die Einsätze starten demnach unter anderem in Bahrain und auf Zypern.
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