Die Bundeswehr hat erstmals Soldaten nach Grönland entsandt. Eine Gruppe von 15 Soldaten und Offizieren traf am Freitagnachmittag in der Hauptstadt Nuuk ein. Die Anreise erfolgte mit einem von Dänemark in Polen gecharterten Zivilflugzeug, nachdem ein ursprünglich geplanter Transport mit einem deutschen Militärflugzeug kurzfristig nicht zustande gekommen war.

Bei den entsandten Kräften handelt es sich um erfahrenes Personal aus Heer, Luftwaffe und Marine, darunter vor allem Logistik- und Lufttransportexperten. Die Soldaten nehmen auf Einladung Dänemarks an einer multinationalen Erkundungsmission teil, die unter dänischer Führung durchgeführt wird. Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine mögliche gemeinsame Großübung auf Grönland zu prüfen. Ein Einsatz im Rahmen der NATO ist bislang nicht vorgesehen.

Mission wird vom Arktischen Kommando koordiniert

Nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium handelt es sich um eine unbewaffnete Sondierungsmission. Gemeinsam mit Soldaten aus mehreren europäischen Ländern sowie Kanada sollen vor Ort infrastrukturelle, logistische und operative Möglichkeiten bewertet werden. Die Dauer des Aufenthalts ist offen.

Die Mission wird vom Arktischen Kommando der dänischen Streitkräfte in Nuuk koordiniert. Auch die NATO-Länder Frankreich, Schweden, Finnland und Norwegen beteiligen sich. 15 Gebirgsjäger aus Frankreich waren bereits in Nuuk eingetroffen. Die Mission steht im Zusammenhang mit Überlegungen zu einer stärkeren sicherheitspolitischen Präsenz verbündeter Staaten in der Arktisregion, deren strategische Bedeutung zuletzt weiter zugenommen hat.

Grönland gehört zum Königreich Dänemark. Doch US-Präsident Donald Trump erhebt Anspruch auf die größte Insel der Welt. Selbst einen Militäreinsatz schließt das Weiße Haus nicht aus. Trump begründet die Pläne mit Sicherheitsinteressen und verweist auf zunehmende Aktivitäten Chinas und Russlands in der Region.

Am Montag empfängt NATO-Generalsekretär Mark Rutte die grönländische Außenministerin Vivian Motzfeldt und den dänischen Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen im NATO-Hauptquartier in Brüssel.

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