In exxpress live wurde am Freitag intensiv über die bevorstehende Wahl in Ungarn diskutiert. Mit dabei: Politikwissenschaftler Ralph Schöllhammer undublizist Werner Reichel. Die Debatte zeigte: Es geht längst nicht nur um Ungarn – sondern um eine Richtungsentscheidung für ganz Europa.

„Stellvertreterkampf zwischen Brüssel und nationaler Politik“

Für die Runde ist klar: Die Wahl ist mehr als ein innenpolitisches Duell. Werner Reichel sieht in Viktor Orbán eine „Symbolfigur der patriotischen Bewegungen“ – entsprechend groß sei das Interesse in Brüssel, ihn politisch abzulösen.

Der Vorwurf: Während offiziell vor russischer Einflussnahme gewarnt werde, versuche die EU selbst, auf den Wahlkampf einzuwirken. Reichel spricht von einer „klassischen Halt-den-Dieb-Taktik“. Schöllhammer ordnet nüchterner ein, erkennt aber ebenfalls eine Eskalation: Von angeblichen Skandalen bis zu Attentatsgerüchten werde im Wahlkampf „jede Geschichte zur Schlagzeile hochgezogen“. Das Vertrauen in faire Wahlen könnte dadurch massiv beschädigt werden.

Wirtschaft entscheidet – nicht Ideologie

Am Ende könnte aber etwas ganz anderes den Ausschlag geben: die wirtschaftliche Lage. Schöllhammer betont, dass Wahlen letztlich nach einem einfachen Prinzip entschieden werden: „Geht es mir heute besser als vor vier Jahren?“ Zwar habe sich Ungarns Wirtschaft langfristig deutlich entwickelt, kurzfristig drücken jedoch Inflation und steigende Preise. Genau hier liegt die größte Gefahr für Orbán.

Gleichzeitig warnt die Runde vor einem möglichen Szenario nach der Wahl: Sollte ein Regierungswechsel plötzlich zu finanziellen Zugeständnissen aus Brüssel führen, würde das den Verdacht politischer Einflussnahme weiter verstärken.

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