Fahrerflucht auf der Skipiste – Unfälle häufen sich
Der Wintertourismus läuft auf Hochtouren, die Pisten sind voll – und mit der steigenden Frequenz wächst auch die Zahl der Unfälle. Im Skigebiet Schröcken hat sich am Donnerstagvormittag eind dramatischer Vorfall ereignet: Ein Zusammenstoß auf einer stark befahrenen Abfahrt endete für einen Skifahrer mit schweren Verletzungen, während der mutmaßliche Unfallverursacher spurlos verschwand.
Gegen 9.30 Uhr kam es Medienberichten zufolge, auf der roten Piste 258 zu dem Unfall. Zu diesem Zeitpunkt herrschte reger Betrieb, zahlreiche Wintersportler waren gleichzeitig unterwegs. In diesem Gedränge prallte ein bislang unbekannter Skifahrer mit einem 54-jährigen Deutschen zusammen. Der Mann stürzte schwer und zog sich eine ausgekugelte Schulter zu.
Bergung per Hubschrauber
Die Verletzungen machten eine rasche Bergung notwendig. Der Skifahrer wurde vor Ort erstversorgt und anschließend mit dem Rettungshubschrauber Gallus 1 ins Krankenhaus geflogen. Der andere Beteiligte setzte seine Fahrt fort, ohne anzuhalten oder Hilfe zu leisten – ein Verhalten, das von der Polizei als Fahrerflucht gewertet wird. Gesucht wird ein dunkel gekleideter Skifahrer. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Au zu melden. (Tel.: 059133 8122 100)
Mehr Betrieb, mehr Unfälle
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Skiunfällen ein, die in dieser Saison österreichweit zunehmen. Besonders stark betroffen ist Salzburg, wo Neuschnee rund um Weihnachten für ausgezeichnete Bedingungen sorgte – und für volle Pisten. In St. Johann im Pongau etwa, wurden zuletzt deutlich mehr Abfahrten gezählt als in den Jahren zuvor.
Mit der höheren Auslastung steigt zwangsläufig auch die absolute Zahl der Unfälle. Betreiber betonen zwar, dass das Risiko pro Fahrt statistisch gesehen vergleichbar bleibe, doch Ärzte und Skiexperten beobachten eine andere Entwicklung.
Tempo, Technik und fehlende Kontrolle
Ein Faktor ist die moderne Ausrüstung. Carving-Ski ermöglichen hohe Geschwindigkeiten, auch für weniger geübte Fahrer. Gleichzeitig fehlt es vielen an sauberer Technik. Skilehrer berichten von Wintersportlern, die ihre Ski kaum kontrollieren können, aber dennoch mit hohem Tempo unterwegs sind.
Kondition und Rücksichtnahme
Hinzu kommt die körperliche Verfassung. Gerade zu Saisonbeginn überschätzen sich viele, unterschätzen Ermüdung – und reagieren zu spät. Ärzte berichten, dass neben Prellungen und Knochenbrüchen vor allem schwere Knieverletzungen zunehmen. Besonders alarmierend ist jedoch die steigende Zahl an Kollisionen.
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