Bereits seit 2023 wird entlang der Stammstrecke sowie auf ihren nördlichen und südlichen Zuläufen gebaut. In den vergangenen Sommern war der Abschnitt zwischen Floridsdorf und Praterstern jeweils wochenlang gesperrt. Auch heuer wird dieser Teil der Strecke im Juli und August erneut außer Betrieb genommen, der Verkehr läuft in dieser Zeit über Schienenersatzbusse.

Die einschneidendste Maßnahme beginnt jedoch Anfang September. Ab dem 7. September ist der zentrale Abschnitt zwischen Praterstern und Hauptbahnhof vollständig gesperrt. Für volle 14 Monate – bis Oktober 2027 – fahren dort keine Züge. In dieser Zeit erneuern die Österreichische Bundesbahnen Tragwerke und Gleisanlagen, verlängern Bahnsteige und rüsten die Strecke mit dem digitalen Zugsicherungssystem ETCS Level 2 aus. Ziel ist es, künftig längere Züge einzusetzen und mehr Kapazität auf der stark belasteten Achse zu schaffen.

Moderne Technik, längere Züge – aber lange Geduld

Mit der Digitalisierung der Strecke soll der Takt stabiler und der Betrieb effizienter werden. Längere Garnituren sollen mehr Sitzplätze bringen und das Gedränge im Berufsverkehr reduzieren. Bis diese Effekte spürbar werden, ist jedoch Geduld gefragt: Die Sperre trifft eine der meistfrequentierten Bahnverbindungen des Landes.

Auch abseits der Stammstrecke kommt es zu Anpassungen. Auf der Vorortelinie S45 stehen kleinere Bauarbeiten an. Bereits seit Mitte Dezember wird zudem auf der Franz-Josefs-Bahn zwischen Franz-Josefs-Bahnhof und Heiligenstadt gearbeitet, inklusive einer umfassenden Modernisierung des Bahnhofs Spittelau.

Für Flugreisende bringt der Sommer zusätzliche Umwege: Im Juli verkehren Railjet-Züge zum Flughafen Wien nur als RJX-Verbindungen. Klassische Railjets enden am Hauptbahnhof, von dort wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Ausbauoffensive auch in Oberösterreich

Nicht nur Wien steht im Zeichen des Umbaus. Auch in Oberösterreich setzen die ÖBB ihre Investitionen 2026 fort. Im Fokus steht der viergleisige Ausbau der Weststrecke zwischen Linz und Wels – das größte Bahnprojekt des Landes. Parallel dazu werden Bahnhöfe modernisiert, Strecken elektrifiziert und Sicherungstechnik erneuert.

Zwischen Linz und St. Valentin sind im Frühjahr umfangreiche Gleis- und Weichenarbeiten geplant. Um die Sperren möglichst kurz zu halten, wird rund um die Uhr gearbeitet, der Verkehr wird in dieser Zeit über alternative Strecken geführt.