Farbanschlag im Herzen Wiens: Video zeigt Palästina-Aktivisten
Blutrote Farbe, politische Parolen und ein im Internet veröffentlichtes Video: Ein nächtlicher Anschlag auf eine frisch sanierte Fassade im ersten Bezirk sorgt für Empörung.
Rote Farbschlieren und politische Parolen nach nächtlichem Anschlag auf ein Gebäude im ersten Bezirk.GETTYIMAGES/CasarsaGuru
Mitten im noblen ersten Wiener Gemeindebezirk kam es zu einem aufsehenerregenden Farbanschlag. In der Nacht auf den 20. Jänner beschmierten unbekannte Täter eine erst kürzlich renovierte Fassade großflächig mit roter Farbe. Der Vorfall wirkt gezielt und politisch motiviert und beschäftigt nun Polizei, Staatsschutz und das Landeskriminalamt.
Frisch sanierte Fassade massiv beschädigt
Betroffen ist der Kärntnerring Hof im ersten Bezirk. Die helle Steinfront des Gebäudes war erst vor Kurzem aufwendig und kostenintensiv saniert worden. In der Nacht wurde sie zur Zielscheibe eines politischen Protests.
Mehrere Meter der Fassade wurden mit blutroten Farbschlieren überzogen, Reste der Farbe liefen bis auf den Gehsteig. Deutlich sichtbar prangte an der Wand der Schriftzug „Chubb drop Elbit“. Die Ausführung deutet auf ein geplantes Vorgehen hin, das eine klare Botschaft mit hoher Symbolik vermittelt.
Am Morgen nach der Tat wurde ein Heute-Redakteur auf den Schaden aufmerksam. Ein Mitarbeiter des Hauses, der vor Ort war, zeigte sich sichtlich geschockt und verständigte umgehend die Polizei. Wie hoch die Kosten für die Reinigung der frisch renovierten Fassade ausfallen werden, ist derzeit noch unklar.
Video im Netz – Staatsschutz ermittelt
Kurz nach Bekanntwerden des Anschlags tauchte in den sozialen Medien ein Video auf, das die Tat zeigen soll. Zu sehen ist, wie rote Farbe gezielt auf die Fassade gesprüht wird. Der Clip wurde in aktivistischen Kreisen verbreitet und sorgte rasch für Aufmerksamkeit.
Nach Angaben aus dem Umfeld der Szene soll es sich bei den Tätern um Pro-Palästina-Aktivisten handeln. Im Fokus steht offenbar der Versicherungskonzern Chubb, der in dem Gebäude Büros betreibt. Aktivisten werfen dem Unternehmen vor, den israelischen Rüstungshersteller Elbit Systems zu versichern. Die Polizei bestätigte gegenüber der Heute: „Der Fall wurde angezeigt.“
Weiter hieß es: „Das Landeskriminalamt Wien übernimmt die weiteren Ermittlungen. Auch das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung wurde aufgrund des Schriftzugs informiert. Weitere Ermittlungen sind im Gange.“ Eine offizielle Stellungnahme der Polizei lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor.
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