Feuer, Rauch, Tote: Iran meldet schwere Explosionen
Zwei Etagen zerstört, Autos in Trümmern, Verletzte auf den Straßen: Offiziell war es ein Unglück – doch die geopolitische Lage macht misstrauisch.
Bei Explosionen im Süden des Iran sind am Samstag mehrere Menschen ums Leben gekommen. In der Hafenstadt Bandar Abbas starb laut Behörden eine Person, 14 weitere wurden verletzt. Die Feuerwehr sprach am Abend von einem Gasleck. In Folge habe sich Gas in dem bei dem Unglück beschädigten Gebäude angesammelt und sei explodiert. Die Detonation hatte zunächst Spekulationen ausgelöst, sie könne mit den derzeit verschärften Spannungen zwischen dem Iran und den USA zusammenhängen.
Der Chef der örtlichen Feuerwehr, Mohammed Amin Lyaghat, sprach am Samstag im Staatsfernsehen aber von einem Unglück. Das staatliche TV hatte zunächst nur von der Explosion berichtet, ohne Angaben zur Ursache zu machen. Nach Angaben der iranischen Medien wurden bei der Explosion zwei Etagen des Hauses sowie mehrere Autos und Geschäfte zerstört.
Berichte in sozialen Medien, wonach ein Kommandant der Revolutionsgarden das Ziel gewesen sei, hatte die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim bereits zuvor als “völlig falsch” zurückgewiesen. Der Zeitung Tehran Times zufolge forderte zudem eine Gasexplosion in der Stadt Ahwas nahe der irakischen Grenze vier Tote.
Wichtigster Containerhafen des Landes
Bandar Abbas ist der wichtigste Containerhafen des Landes. Er liegt an der Straße von Hormus, einer strategisch wichtigen Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman, die etwa ein Fünftel der weltweiten Öltransporte auf See passieren. Der Hafen war im vergangenen April Schauplatz einer schweren Explosion, bei der Dutzende Menschen getötet und über 1.000 verletzt wurden. Ein Untersuchungsausschuss machte damals Mängel bei den Sicherheitsvorkehrungen für das Unglück verantwortlich.
Augenzeugen berichteten auch von einer Explosion und aufsteigendem Rauch nahe der Hauptstadt Teheran. Einem Behördenvertreter zufolge war jedoch lediglich Schilf an einem Fluss in Brand geraten, wie iranische Medien berichteten.
Israel wies jede Verantwortung oder Verbindung zu den Vorfällen zurück. Zwei Regierungsvertreter sagten der Nachrichtenagentur Reuters, ihr Land sei nicht in die Explosionen verwickelt.
Sorge vor einem Krieg
In Kürze beginnt ein dreitägiges Marinemanöver der iranischen Revolutionsgarden im Persischen Golf, an dem auch China und Russland teilnehmen sollen. Hintergrund sind militärische Spannungen. US-Präsident Donald Trump hatte eine Flotte samt Flugzeugträger in die Region verlegt. Der Republikaner hatte der Führung in Teheran wiederholt gedroht, in dem Land einzugreifen, nachdem der Sicherheitsapparat brutal gegen Proteste vorgegangen war.
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