Fisch statt Plastik? Brasilianische Uni entwickelt Bio-Verpackung
Was in Österreich kaum jemand kennt, ist in Brasilien längst ein Klassiker auf dem Teller. Der Tambatinga, ein robuster Zuchtfisch aus dem Amazonasgebiet, wächst schnell, gilt als widerstandsfähig, und könnte bald noch ganz andere Aufgaben übernehmen. Denn Forschende der Universität São Paulo haben eine Methode entwickelt, um aus seiner Haut ein nachhaltiges Verpackungsmaterial herzustellen, berichtet Focus unter Berufung auf Spektrum.
Der Tambatinga ist eine Kreuzung aus dem Tambaqui und der Pirapitinga und wird vor allem in Aquakulturen gezüchtet. Statt die Haut als Abfallprodukt zu entsorgen, wird sie nun weiterverarbeitet. Zunächst reinigen die Wissenschaftler die Fischhäute gründlich und gewinnen daraus Gelatine. Diese wird anschließend mit einer speziellen, filmbildenden Lösung vermischt. Das Ergebnis: transparente, flexible Folien mit glatter Oberfläche.
Weitere Alternativen zu Plastik im Fokus
Laut den Forschenden überzeugen die Bio-Filme durch ihre Stabilität. Im Vergleich zu anderen gelatinebasierten Materialien bieten sie einen besseren UV-Schutz und sind weniger durchlässig für Wasserdampf. Allerdings reagieren sie empfindlich auf Feuchtigkeit. Derzeit eignen sie sich daher vor allem für die Verpackung trockener Lebensmittel wie Nüsse oder Snacks.
Auch international suchen Unternehmen nach Alternativen zu herkömmlichem Plastik. So stellte die japanische Firma Heiwa Kagaku Industry auf der Weltklimakonferenz COP30 nachhaltige Kunststoffflaschen vor, die aus Abfallstoffen wie Kaffeesatz, Eierschalen oder Reishülsen bestehen.
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