Florida macht seinem Spitznamen „Sunshine State“ gerade wenig Ehre. Eine Kältewelle mit Polarluft aus Kanada hat den US-Bundesstaat fest im Griff – und sorgt für ein Bild, das selbst Einheimische staunen lässt: Grüne Leguane, eigentlich auf tropische Wärme gepolt, erstarren und stürzen von den Bäumen.

In Tampa und St. Petersburg wurden laut dem vorliegenden Bericht die tiefsten Temperaturen seit 1989 gemessen. Für viele Tiere ist das nicht nur ungewöhnlich, sondern potenziell lebensbedrohlich.

Wenn die Kälte den Körper ausschaltet

Besonders dramatisch trifft es die Grünen Leguane. Wohlfühlen sollen sie sich bei 25 bis 28 Grad Celsius. Fallen die Temperaturen – vor allem nachts – knapp über den Gefrierpunkt, geraten die Körperfunktionen ins Stocken. Der Grund: Leguane sind wechselwarm und können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Die Muskeln versteifen, die Tiere werden bewegungslos. Wer dann oben in den Bäumen sitzt, verliert den Halt.

Das Ergebnis: scheinbar leblose Leguane, die auf Gehwege, Straßen oder in Gärten stürzen.

„Sie sahen tot aus“

Wie drastisch das wirkt, schildert ein norwegischer Auswanderer gegenüber der Zeitung VG: „Wir waren heute im botanischen Garten unterwegs. Dann sahen wir wahrscheinlich zehn Leguane, die von den großen Bäumen auf die Straße gefallen waren. Sie sahen tot aus.“

Wichtig: Nicht jedes reglose Tier ist tatsächlich verendet. Fachleute sprechen, wie VOL.AT berichtet, häufig von „cold stunned“, also kältegeschockt. Laut Bericht können sich viele Tiere mit vorsichtigem Erwärmen wieder erholen, sobald die Temperaturen steigen.

Invasiv, aber wohl keine Dauer-Krise

Die Grünen Leguane gelten in Florida als invasive Art: Sie sollen in den 1960er-Jahren über den Tierhandel in den Bundesstaat gekommen sein und stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Trotz der aktuellen Frost-Bilder sehen Experten keine dauerhafte Bedrohung für die Population. National Geographic wird dabei mit folgender Einschätzung zitiert: „Extreme Kälteperioden wie 2010 oder jetzt haben meist nur vorübergehende Effekte“.