Flüchtlinge im Luxus-Neubau: Diakonie will Projekt 2026 verlängern
Luxusausstattung, prominente Lage, große Debatte: Der Neubau in der Favoritenstraße sorgte 2024 für Aufsehen. Nun zieht die Diakonie Bilanz und möchte das umstrittene Flüchtlingsprojekt fortsetzen. Die Frage bleibt: Wer bekommt Wohnraum in Wien?
Der Neubau in der Favoritenstraße für Flüchtlinge sorgte aufgrund seiner modernen Ausstattung und prominenten Lage für Diskussionen. (Symbolbild)IMAGO/Sven Simon
Balkone, Klimaanlagen, ein moderner Neubau – und anerkannte Flüchtlingsfamilien als Bewohner. Als das Projekt im Herbst 2024 in Favoriten bekannt wurde, kochte die Diskussion hoch. Ein Jahr später ist es stiller geworden, doch die politische und gesellschaftliche Brisanz bleibt bestehen. Wie die Heute berichtete, legt die Diakonie nun ein Update vor und spricht von Alltag und Fortschritten. Kritiker fragen jedoch weiterhin, warum solcher Wohnraum nicht auch für Österreicher verfügbar ist.
Alltag statt Schlagzeilen
Laut der Diakonie hat sich das Leben im Wohnhaus normalisiert. Die große mediale Aufmerksamkeit sei abgeflaut und der Alltag habe Einzug gehalten. Die Familien leben im Haus, die Kinder besuchen die Schule und die Erwachsenen lernen Deutsch oder bemühen sich um Arbeit. Aus Sicht der Betreiber hat sich das Projekt im Bezirk eingelebt und das Zusammenleben funktioniert. Unterstützende Maßnahmen begleiten den Alltag der Bewohner.
Integration mit Begleitung
Die Diakonie verweist auf laufende Integrationsschritte. Dazu zählen Sprachfortschritte, Wissen über Wohnen und Zusammenleben sowie die Orientierung am österreichischen Arbeitsmarkt. In einzelnen Fällen sei es bereits zu ersten Arbeitsaufnahmen gekommen. Zusätzlich wurden externe sozialpädagogische Angebote für Kinder ins Leben gerufen, um die Familien weiter zu stabilisieren. Die Verantwortlichen betonen, dass Integration Zeit braucht und sich über Monate entwickelt – Schritt für Schritt und direkt im Wohnumfeld.
Verlängerung geplant – Entscheidung offen
Es gibt auch neue Details zur Zukunft des Projekts. Die Förderung erfolgt jährlich. Für das Jahr 2026 wurde bereits ein entsprechender Antrag gestellt. Ob das Projekt tatsächlich verlängert wird, ist derzeit noch offen und hängt von der Entscheidung über diese Förderung ab.
Damit bleibt auch die grundsätzliche Debatte bestehen. Während die Betreiber auf Betreuung und Integration verweisen, sehen die Kritiker weiterhin ein Signal, das Fragen nach Fairness und Wohnraumverteilung aufwirft.
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