„Fühlen uns verschaukelt“: Mega-Zoff um BILLA
Seit Jahren warten die Menschen am Küniglberg vergeblich auf einen Supermarkt. Zwar ließ eine angekündigte Billa-Filiale im neuen Gemeindebau Hoffnung aufkeimen, doch das Geschäftslokal ist bis heute leer. Während der Ärger der Anrainer wächst, bleiben die Antworten der Verantwortlichen ausweichend.
Ein Plakat versprach Nahversorgung, doch die Realität sieht anders aus. Am Küniglberg in Wien-Hietzing fehlt seit Jahren ein Supermarkt. Ein Umstand, der besonders für ältere Menschen und Personen ohne Auto zur täglichen Belastung wird. Als in dem neuen Gemeindebau in der Opitzgasse eine Billa-Filiale angekündigt wurde, schien sich endlich etwas zu verändern, doch mehr als ein verblasstes Versprechen ist nicht geblieben.
Hoffnung geweckt – und enttäuscht
Vor rund einem Jahr wurde der neue Gemeindebau der Wiener Gemeindewohnungs-Baugesellschaft (Wigeba) in der Opitzgasse 29 A übergeben. Im Erdgeschoss hing ein großes Plakat, das die Eröffnung einer Billa-Filiale ankündigte. Für viele Anrainer war dies ein Lichtblick nach Jahren ohne Nahversorger im Grätzl.
Heute steht jedoch fest: Das rund 300 Quadratmeter große Geschäftslokal ist noch immer leer. In den vergangenen Wochen wandten sich mehrere Hietzingerinnen und Hietzinger erneut mit klaren Worten und wachsendem Unmut an MeinBezirk.
„Wir fühlen uns verschaukelt“
„Wir Anrainer am Küniglberg haben seit vielen Jahren keinen Nahversorger. Immer wieder wurde uns versprochen, dass wir hier einen bekommen. Aber es geschieht weiterhin nichts. Wir Anrainer fühlen uns, gelinde gesagt, verschaukelt“, schreibt Anrainerin Angelika Klug. Besonders problematisch sei die Situation für ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität.
Auch Anneliese Wiesler schildert ihren mühsamen Alltag: „Wer kein Auto hat, schleppt die Einkäufe im Bus.“ Seit einem Jahr hänge die Ankündigungstafel beim Neubau, passiert sei aber nichts. Ihr Fazit ist besonders bitter: „Angeblich besteht Hoffnung auf Herbst 2026 – da kann man nur hoffen, dass wir Alten das noch erleben.“
Viele berichten von täglichen Umwegen, schweren Einkaufstaschen und der Notwendigkeit, auf andere Bezirks- oder Ortsteile auszuweichen. Wer ein Auto hat, fährt oft nach Lainz oder in andere Teile Hietzings, was mit einer langen Parkplatzsuche verbunden ist. „Das Billa-Plakat hängt seit Monaten und ist schon verblichen, aber es tut sich nichts“, so Wiesler.
Vermietet – aber ohne Termin
Auf Anfrage bestätigt die Wigeba, dass das Geschäftslokal tatsächlich an Billa bzw. den REWE-Konzern vermietet ist. Als gemeinnütziger Bauträger sei es ein zentrales Anliegen, neben leistbarem Wohnraum auch eine funktionierende Nahversorgung zu ermöglichen.
„Die Ansiedlung eines Lebensmittelnahversorgers stellt aus unserer Sicht einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität im Grätzl dar“, heißt es in der Stellungnahme. Zum Zeitpunkt der Eröffnung könne man jedoch nichts sagen, dafür sei der Betreiber zuständig. Auch die Antwort des REWE-Konzerns bleibt vage. Man verfolge den Standort Opitzgasse weiterhin, die behördlichen Genehmigungsverfahren seien eingeleitet und würden aktuell noch laufen. Konkrete Details oder ein Eröffnungstermin: Fehlanzeige.
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