Geburtenkrise verschärft sich – Tirol erstmals mit mehr Toten als Neugeborenen
Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen übersteigt in Tirol die Zahl der Sterbefälle jene der Geburten. Die aktuellen Daten der Statistik Austria zeichnen ein klares Bild – und sie fügen sich in einen österreichweiten Trend ein, der seit Jahren anhält.
Im Jahr 2025 wurden in Tirol 6.505 Kinder geboren. Im selben Zeitraum verstarben 6.659 Menschen. Die Differenz von 154 Personen markiert eine negative Geburtenbilanz – ein Umstand, der sich noch 2024 nicht abzeichnete. Damals hatte Tirol ein leichtes Plus von 108 verzeichnet.
Damit reiht sich Tirol in jene Bundesländer ein, in denen das natürliche Bevölkerungswachstum nicht mehr gegeben ist.
Österreichweit seit Jahren im Minus
Österreich insgesamt verzeichnet seit sechs Jahren mehr Todesfälle als Geburten. Auch in anderen Bundesländern gingen die Geburtenzahlen zurück.
Ein Blick auf die langfristige Entwicklung verdeutlicht die Dimension: Laut der neu veröffentlichten Studie „Familien in Zahlen“, veröffentlicht vom Bundeskanzleramt, wurden 2024 österreichweit nur 77.238 Kinder geboren – rund 370 weniger als im Jahr davor. Zum Vergleich: 2020 lag die Zahl noch bei über 83.000. Der historische Tiefstand datiert aus dem Jahr 2001 mit 75.458 Geburten.
Sinkende Fertilitätsrate und steigendes Alter der Mütter
Parallel dazu ist die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau weiter rückläufig. Die Fertilitätsrate sank von 1,44 im Jahr 2023 auf 1,31 im Jahr 2024. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang bei österreichischen Staatsbürgern, deren Rate bei 1,22 liegt. Frauen mit ausländischer Staatsbürgerschaft weisen mit 1,58 eine deutlich höhere Geburtenhäufigkeit auf.
Auffällig ist zudem das steigende Alter bei der ersten Geburt. Im Durchschnitt bekommen Frauen ihr erstes Kind mittlerweile mit 30,4 Jahren – so spät wie nie zuvor. Anfang der 1970er-Jahre lag dieses Durchschnittsalter noch bei unter 23 Jahren. Zwar nimmt auch der Anteil der Erstgebärenden über 40 leicht zu, doch mit 3,6 Prozent bleibt er vergleichsweise gering.
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