Gerald Markel: „Stocker ist der Masseverwalter Österreichs“
Krisen, steigende Belastungen, ein Staat im Wartemodus: Während Energie, Steuern und Bürokratie drücken, wächst der Eindruck, dass in Österreich nicht mehr entschieden, sondern nur noch abgewickelt wird.
In exxpress live wurde am Mittwochmorgen über den Zustand des Staates, politische Verantwortung und die zunehmende Lähmung zentraler Strukturen gesprochen. Zu Gast im Studio: Gerald Markel und Bernhard Heinzlmaier. Der Ton: grundsätzlich, kritisch und wie immer: deutlich!
„Nicht führen, sondern abwickeln“
Gerald Markel brachte die Debatte früh auf einen Punkt, der hängen blieb. „Stocker ist der Masseverwalter Österreichs“, sagte er – und meinte damit mehr als nur eine Person. Für Markel steht der Kanzler sinnbildlich für ein System, das Konflikte meidet und Entscheidungen vertagt.
Seiner Analyse zufolge ist Politik zunehmend zu Verwaltung geworden. Probleme würden nicht gelöst, sondern verwaltet. Verantwortung werde auf Behörden, Gremien und Verfahren verteilt. Das Ergebnis: Stillstand. Besonders in Krisensituationen zeige sich, wie schwerfällig der Apparat geworden sei – und wie wenig Gestaltungsspielraum tatsächlich genutzt werde.
Ein Staat ohne Richtung
Bernhard Heinzlmaier ordnete diese Diagnose gesellschaftlich ein. Für ihn ist die politische Lähmung kein Zufall, sondern Ausdruck eines tieferliegenden Problems. Der Staat habe verlernt, Prioritäten zu setzen. Stattdessen dominiere Absicherung nach innen, Kontrolle nach außen und eine immer dichtere Regelarchitektur.
Heinzlmaier warnte davor, dass diese Entwicklung langfristig Vertrauen zerstört. Wenn Bürger das Gefühl bekommen, dass niemand mehr entscheidet, sondern nur noch verwaltet, entstehe Entfremdung. Markel pflichtete bei: Ein System, das sich nur noch selbst organisiert, verliere den Blick für jene, die es eigentlich tragen sollen.
Falls Sie die Sendung verpasst haben können Sie diese wie immer hier nachschauen:
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