Gestrandet in Abu Dhabi: Lufthansa-Maschine hebt leer ab
Während Zehntausende Reisende in der Golfregion auf eine Heimreise warten, hob ein Großraumflugzeug der Lufthansa ohne einen einzigen Fluggast Richtung München ab. Der Airbus A380 verließ Abu Dhabi mit lediglich zwei Piloten an Bord. Der ungewöhnliche Flug sorgt für Irritationen – die Airline verweist auf rechtliche und sicherheits-relevante Vorgaben.
Nach Angaben des Unternehmens konnte der Flug nicht mit Passagieren durchgeführt werden, da vor Ort keine vollständige Kabinenbesatzung zur Verfügung stand. Für einen A380 dieser Größenordnung ist eine Mindestanzahl von 17 Flugbegleitern vorgeschrieben. Aufgrund der angespannten Lage in der Region sei es nicht möglich gewesen, zusätzliches Personal einzufliegen.
Die Airline erklärte, dass ohne entsprechend besetzte Kabine eine Beförderung von Reisenden aus rechtlichen und sicherheitstechnischen Gründen nicht zulässig sei. Neben dem fehlenden Personal seien auch operative Abläufe am Flughafen – etwa Check-in, Sicherheitskontrollen und Boarding – nur eingeschränkt möglich gewesen.
Kriegsbedingte Einschränkungen im Luftraum
Vor dem Hintegrrund des Eskalation im Nahen Osten, meidet die Lufthansa in den nächsten Tagen mehrere Lufträume. Bis einschließlich 7. März verzichtet Lufthansa auf Flüge über Israel, Libanon, Jordanien, Irak und Iran. Auch Verbindungen von und nach Dubai sowie Abu Dhabi wurden zeitweise ausgesetzt.
Betroffene Passagiere können ihre Tickets kostenfrei umbuchen oder sich den Reisepreis erstatten lassen. Das Unternehmen betont, dass der Schutz von Crew und Passagieren oberste Priorität habe.
Regionale Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr
Die Entwicklungen betreffen jedoch nicht nur Lufthansa. Auch Air France strich kurzfristig Flüge nach Tel Aviv und Beirut. Swiss International Air Lines setzte sämtliche Verbindungen nach Tel Aviv bis auf Weiteres aus. Ebenso reagierte Turkish Airlines mit der vorübergehenden Einstellung ihrer Flüge in mehrere Hauptstädte der Region. Auch die AUA strich Verbindungen. Konkret sind Flüge von und nach Tel Aviv, Amman und Erbil bis einschließlich 7. März gestrichen.
Noch länger dauert die Pause Richtung Iran: AUA-Verbindungen nach Teheran bleiben bis Ende März ausgesetzt. Für viele Passagiere bedeutet das: Pläne verschieben, Alternativen suchen – oder Reisen ganz absagen.
Die Folgen für den internationalen Luftverkehr sind erheblich. Laut Daten der Plattform FlightAware waren allein bis Samstagnachmittag mehr als 12.500 Flüge verspätet, über 1.400 Verbindungen wurden vollständig gestrichen.
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