Im vergangenen Schuljahr wurden österreichweit nahezu 2.200 Kinder und Jugendliche zeitweise vom Unterricht ausgeschlossen. Auch im laufenden Schuljahr zeichnet sich kein Entspannungstrend ab. Bildungsdirektionen berichten von einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Suspendierungen bereits in den unteren Schulstufen, besonders in urbanen Regionen.

Bildungsexperten sehen dafür unterschiedliche Ursachen. Neben sozialen Spannungen und individuellen Verhaltensproblemen spielt auch die fehlende elterliche Unterstützung eine Rolle. Gerade beim Schuleintritt prallen unterschiedliche Erwartungen an Erziehung, Disziplin und schulische Autorität aufeinander. Der Ruf nach verbindlicher Begleitung wird daher lauter.

Mehr als ein Ausschluss: Begleitung wird verpflichtend

Kernstück der Reform ist die verpflichtende sogenannte Suspendierungsbegleitung. Künftig bleibt es nicht mehr beim bloßen Ausschluss vom Unterricht. Suspendierte Schüler müssen bis zu 20 Wochenstunden an einem strukturierten Programm teilnehmen. Dieses kombiniert sozialpädagogische Maßnahmen mit Unterrichtseinheiten, um den Wiedereinstieg zu erleichtern.

Ein Teil dieser Zeit ist für psychosoziale Betreuung vorgesehen – entweder direkt an der Schule oder in externen Einrichtungen. Ergänzend dazu erhalten die Jugendlichen Unterricht ohne Leistungsbewertung, damit sie fachlich nicht vollständig den Anschluss verlieren. Ziel ist es, Fehlverhalten aufzuarbeiten, neue Verhaltensmuster einzuüben und Rückfälle zu vermeiden.

Tagesstruktur statt Leerlauf

Die neue Regelung soll auch verhindern, dass Suspendierungen zu einer Phase des vollständigen Kontrollverlusts werden. In der Vergangenheit wurde immer wieder kritisiert, dass ausgeschlossene Schüler ihre Zeit unstrukturiert verbringen – fernab von Schule, Betreuung und Verantwortung. Die verpflichtende Begleitung setzt hier an und schafft klare Tagesabläufe, die Orientierung geben