Für die sieben Verdächtigen im Alter zwischen 20 und 26 Jahren sei Untersuchungshaft beantragt worden, sagte Staatsanwalt Thierry Dran am Donnerstag in Lyon.

Die Analyse der Zeugenaussagen und Videos habe eine “sehr hohe Zahl von Tritten direkt in das Gesicht und auf den Kopf” gezeigt, sagte Dran. Einige der sieben Verdächtigen hätten gestanden, sich an Gewalttaten beteiligt zu haben. Einige von ihnen hätten zudem unerlaubt Waffen gehabt. Alle hätten jedoch den Vorwurf der vorsätzlichen Tötung zurückgewiesen.

Zwei der Verdächtigen seien vorbestraft, einer wegen Drogenmissbrauchs, ein anderer wegen illegalen Waffenbesitzes. Gegen einen Dritten liefen Vorermittlungen wegen Gewalt mit rassistischem oder antireligiösem Hintergrund. Mehrere hätten Verbindungen zu linksextremen Gruppen. Es seien noch nicht alle Personen identifiziert, die dem 23-Jährigen Gewalt angetan hätten. Drei Frauen und ein Mann, die im Verdacht stehen, den mutmaßlichen Tätern auf der Flucht geholfen zu haben, seien vorerst auf freiem Fuß, sagte der Staatsanwalt.

Der 23-jährige Quentin Deranque war am vergangenen Donnerstag bei gewaltsamen Auseinandersetzungen von linksextremen Gruppen in Lyon niedergeschlagen worden. Er starb am Samstag an den Folgen starker Kopfverletzungen.

Melonis Aussagen sorgen bei Macron für Ärger

“Keine Gruppe, die Gewalt anwendet, hat in der Republik Legitimität”, sagte indes Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. “Die extremen Parteien müssen aufräumen, die extreme Linke natürlich, aber die anderen extremen Parteien und extrem Rechts ebenfalls, die in ihren Reihen manchmal Aktivisten haben, die Gewalt rechtfertigen.”

Für Ärger bei Macron sorgte, dass Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni den Tod des französischen Aktivisten als “eine Wunde für ganz Europa” bezeichnete und von ideologischem Hass überwältigte Linksextremisten dafür verantwortlich machte. Die Nationalisten, die bei sich ungestört bleiben wollten, seien immer die Ersten, die kommentierten, was woanders passiere, sagte Macron. “Bleibt alle zu Hause, dann sind die Schafe gut gehütet.”