Der Jahreswechsel verlief in vielen Teilen Deutschlands alles andere als ruhig. In mehreren Städten kam es in der Silvesternacht zu massiver Gewalt, schweren Zwischenfällen mit Feuerwerk und tödlichen Ereignissen. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte standen im Ausnahmezustand. Unser Partnerportal Nius hat dazu live berichtet.

Angriffe auf Polizei in mehreren Städten

In der niederländischen Grenzstadt Breda wurden Polizisten nach Angaben der Behörden mit Molotowcocktails und Gehwegplatten attackiert. Zudem wurden Autos in Brand gesetzt, ein Polizeifahrzeug brannte vollständig aus. Auch Schlägereien wurden gemeldet. In Roosendaal wurden Beamte mit schweren Feuerwerkskörpern beworfen, sieben Personen wurden festgenommen. Ähnliche Angriffe ereigneten sich auch in Den Haag.

Berlin: Raketen, Kugelbomben und hunderte Festnahmen

Besonders angespannt war die Lage in Berlin. In mehreren Stadtteilen, darunter Neukölln, Moabit und die Hermannstraße, wurden Einsatzkräfte mit Raketen und Böllern beschossen. In Spandau explodierte eine Kugelbombe, dabei sollen Menschen verletzt worden sein. Genauere Angaben lagen zunächst nicht vor.

Bis 1 Uhr meldete die Berliner Polizei mehr als 300 Festnahmen. Zudem wurden bei Kontrollen in einer Böller-Verbotszone am Alexanderplatz zahlreiche Feuerwerkskörper sichergestellt.

In Berlin-Neukölln entdeckte die Polizei in einem Carsharing-Fahrzeug eine große Menge illegaler Pyrotechnik, darunter mehrere Kugelbomben. Später wurden auch in Wohnungen weitere Feuerwerkskörper sowie Waffen sichergestellt. Insgesamt beschlagnahmten die Beamten Pyrotechnik mit erheblicher Sprengkraft.

Brände und Explosionen in mehreren Bundesländern

In der Silvesternacht kam es deutschlandweit zu zahlreichen Bränden. Feuerwehrmeldungen sprachen von brennenden Dachstühlen, Mülltonnen, Hecken und Fahrzeugen. In Berlin brannte bereits am frühen Abend ein Linienbus in Wilmersdorf vollständig aus. Personen kamen dabei nicht zu Schaden.

Auch in Hamburg kam es zu Zwischenfällen. Im Stadtteil Steilshoop wurden Passanten und Einsatzkräfte mit Pyrotechnik beworfen. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.

Tödliche Gewalt in Duisburg

Am Bahnhof Duisburg kam es am Silvesterabend zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern im Alter von 39 und 67 Jahren. Der ältere Mann verlor dabei das Bewusstsein und starb trotz Reanimationsversuchen. Die Staatsanwaltschaft wertet den Vorfall als vollendetes Tötungsdelikt. Der 39-jährige Tatverdächtige wurde festgenommen, eine Obduktion angeordnet.

Todesfall nach Böller-Explosion in Rom

Auch außerhalb Deutschlands kam es zu einem tödlichen Vorfall. In Rom starb ein Mann bei der Explosion eines Feuerwerkskörpers. Der Mann erlitt schwerste Verletzungen und starb noch am Einsatzort. Trotz bestehendem Feuerwerksverbot wurde in vielen Teilen der Stadt gezündet. Die Ermittlungen zur genauen Ursache laufen.