GIS-Reform misslungen? ORF-Beitrag verursacht Millionen-Mehrkosten
Die Umstellung von der alten GIS-Gebühr auf den ORF-Beitrag im Jahr 2024 sollte eigentlich Bürokratie abbauen und Kosten senken. Doch laut einem aktuellen Bericht des Rechnungshofes ist genau das Gegenteil passiert. Die Ausgaben der zuständigen ORF-Beitrags Service GmbH (OBS) stiegen von 2023 auf 2024 sogar um 1,45 Millionen Euro.
Ein Hauptproblem waren mangelhafte Daten im Zentralen Melderegister (ZMR). Vor allem in größeren Städten waren Adressdaten oft unvollständig. Bei rund 590.000 von insgesamt 10,62 Millionen Personenadressen war etwa die Türnummer nicht eindeutig. Das führte dazu, dass teilweise mehrere Personen im selben Haushalt getrennte Zahlungsaufforderungen erhielten. Um die zahlreichen Unklarheiten zu klären, richtete der ORF sogar eine eigene „Soko“ ein.
Postversand kostete 8,3 Millionen Euro
Die fehlerhaften Daten lösten eine Welle an Anfragen und Beschwerden aus – und damit auch steigenden Personal- und Beratungsaufwand. Gleichzeitig musste der Kundendienst ausgebaut werden. Neben zusätzlichem Personal kamen auch Leihkräfte und ein externes Callcenter zum Einsatz.
Ein weiterer großer Kostenfaktor war der Postversand. Mit 8,3 Millionen Euro stellte er 2024 den größten Sachaufwand dar. Allerdings zeigte eine Marktforschung, dass viele Empfänger die Briefe gar nicht öffneten – weil die Marke OBS kaum bekannt war.
Der ORF verweist auf schwierige Rahmenbedingungen: Für die Umstellung habe man nur vier Monate Zeit gehabt. Nun fordert Rechnungshof Verbesserungen bei der Datenqualität im Melderegister sowie eine sorgfältigere Planung künftiger Gesetzesänderungen.
Kommentare