In exxpress live wurde auch über den Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann diskutiert. Mit dabei: exxpress-Herausgeberin Eva Schütz und Politik-Blogger Gerald Grosz. Auslöser sind Vorwürfe der sexuellen Belästigung – doch der Ablauf der Ereignisse wirft für viele Beobachter mehr Fragen auf als er beantwortet.

„Eine Vorverurteilung kann Existenzen zerstören“

Eva Schütz kritisierte vor allem die Geschwindigkeit der Entscheidung. Innerhalb von 24 Stunden sei Weißmann faktisch aus dem Amt gedrängt worden – obwohl viele Details der Vorwürfe noch unklar seien.

Das Problem: Schon der Vorwurf allein könne eine Karriere zerstören. Gerade bei so schweren Anschuldigungen müsse daher ein ordentliches Verfahren stattfinden, bevor Konsequenzen gezogen werden.  Für Schütz wirkt der Ablauf deshalb ungewöhnlich: Statt einer Untersuchungskommission habe es sofort massiven Druck gegeben, der letztlich im Rücktritt des Generaldirektors endete.

Grosz: „Das riecht nach einem Machtkampf im ORF“

Noch schärfer formulierte es Gerald Grosz. Für ihn könnte hinter der Affäre auch ein interner Machtkampf stehen.

Wenn ein Generaldirektor ohne klare Aufklärung innerhalb von 48 Stunden aus dem Amt gedrängt werde, sei das „ein politischer Paukenschlag“. Entscheidend sei nun, wer am Ende von dieser Entwicklung profitiere.  Seine Warnung: Sollte sich herausstellen, dass der Vorwurf instrumentalisiert wurde, hätte der ORF einen enormen Imageschaden erlitten – und ein gefährliches Signal für den Umgang mit Anschuldigungen gesetzt.

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